In Teil 1 dieses Blogposts habe ich erzählt, wie gründlich ich eine Idee abtasten muss, bevor ich weiß, ob ich wirklich ein Konzept daraus machen und den Roman schreiben kann und will. In diesem Teil möchte ich euch ein paar von den Werkzeugen vorstellen, die mir von Anfang an bei dieser Arbeit helfen.
Eine Software, die ich erst seit kurzer Zeit verwende, aber nicht mehr missen möchte, ist »Aeon Timeline«. Mit dem Anlegen eines Zeitstrahls beginnt für mich schon während der Recherche die Arbeit an einem Roman. Gerade beim historischen Roman ist es für mich zwingend notwendig, herauszufinden und zu überblicken, welche Ereignisse, geschichtlichen Phasen und Lebensdaten wichtiger historischer Persönlichkeiten in den Zeitrahmen und die Gegend fallen, in denen ich meine Romanhandlung verankern möchte. In »Aeon Timeline« kann ich passend dazu auch die fiktiven Ereignisse meiner Geschichte und die Personen mit ihren Lebensdaten festhalten. Das Programm zeigt mir praktischerweise sogar, wie alt die eingetragenen Personen zu welchem Zeitpunkt sind. Allein aus der Beschäftigung mit den zeitlichen Zusammenhängen ergeben sich oft schon bedeutsame Elemente für die Handlung.
Im nächsten Schritt kann ich die Daten aus der Timeline automatisch in mein Schreibprogramm Scrivener übertragen lassen. Die beiden Programme arbeiten zusammen und synchronisieren die Daten auf Wunsch auch fortlaufend.
Früher (vor Aeon) habe ich die Timeline-Planung mit einem Programm für Tabellenkalkulation gemacht (Excel, Open Office Calc, Planmaker). Das fällt nun weg. Nur an einer Tabelle halte ich fest: dem Überblick über das Alter der mitspielenden Personen. Auf einen Blick sehen zu können, wie alt meine Charaktere in einem bestimmten Jahr waren, ist oft hilfreich.
Um den eigentlichen Plot des Romans zu entwickeln, mir Zusammenhänge, Ereignisse oder Konflikte vor Augen zu führen oder einfach nur wild Ideen zu sammeln, lege ich Mindmaps an. Gelegentlich mache ich das zwischen Tür und Angel mit Papier und Stift, oft aber am Computer. Ein extrem einfaches und schnelles Programm dafür ist Scapple. Auch Scapple arbeitet reibungslos mit Scrivener zusammen. Einträge lassen sich ganz einfach von einem Programm ins andere ziehen und wieder zurück.
Scrivener ist der Dreh- und Angelpunkt für meine Arbeit am Roman. Hier schreibe ich nicht nur die Textabschnitte des Manuskripts, sondern sammle auch die nötigen Hintergrundinformationen. (Recherchematerial, Steckbriefe der Figuren, Orte und Gegenstände, Links zu den Mindmaps, Timeline-Daten und Notizen.)
Erst ganz zum Schluss verlässt mein fast fertiges Manuskript Scrivener als Word-Dokument, das ich mit Papyrus und dem dort integrierten Duden-Korrektor noch einmal auf Rechtschreib- und Grammatikfehler durchgehe. Papyrus Autor ist übrigens ebenfalls eine tolle Autorensoftware, deren jüngste Version ähnliche Funktionen hat wie Scrivener + Scapple + Aeon Timeline. Viele AutorInnen finden darin schon alles, was sie brauchen. Ich selbst mag allerdings die Papyrus-Timeline und -Figuren-Datenbank nicht so gern wie meine Kombination aus Scrivener und Aeon. Wenn ich zwischendurch kürzere Texte schreibe, nutze ich Papyrus aber gern.
Falls dieser Beitrag Euch für eins der Programme interessiert hat, ist er wohl so etwas wie Werbung. Mich hat trotzdem niemand zu diesem Beitrag aufgefordert oder mich gar dafür bezahlt.
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Freitag, 12. Oktober 2018
Montag, 14. August 2017
Scapple hilft beim Szenenbauen
Das Programm (oder in neuerem Deutsch: die App) »Scapple« von den Scrivener-Machern ist ein schlichtes, einfach zu bedienendes Pinnwand-Werkzeug, das man zum kurzen Brainstorming zwischendurch oder zum Ordnen von Ideen verwenden kann. Für aufwendige Mindmaps oder schnelles Assoziieren benutze ich zwar lieber z.B. »Freeplane«, weil das noch ganz andere Funktionen und Gestaltungsmöglichkeiten hat, trotzdem möchte ich Scapple nicht mehr missen. Die Einfachheit der Bedienung macht meine Gedanken nämlich schön locker. Außerdem arbeitet Scapple auf die ein oder andere Art sehr praktisch mit Scrivener zusammen, obwohl es eine eigenständige Software ist.
Wenn ich Szenen schreibe, in denen viele Personen auftreten, erzeuge ich gern ein Bild, in dem ich die Namen zusammenstelle und anordne. Entweder so, wie die Personen sich im entsprechenden Raum befinden oder z.B. ihrer Zusammengehörigkeit nach. Auf die Art bleiben sie mir vor Augen, und ich vergesse nicht, sie am fiktiven Geschehen oder Gespräch zu beteiligen. Mit Scrivener plus Scapple ist das ganz einfach. (Ich arbeite übrigens mit der Scrivener/Scapple-Version für Windows. Beim Mac funktionieren manche Dinge anders.)
Ich habe in meinem Scrivener-Binder einen Ordner, in dem für jede Person des Romans ein Steckbrief-Dokument liegt. Manche dieser Personalbögen sind detaillierte Infosammlungen, in anderen steht kaum mehr als der Name. Gemeinsam haben sie, dass ich sie per Drag-und-drop auf meine geöffnete Scapple-Pinnwand ziehen kann. Dazu lege ich mir die beiden Programmfenster nebeneinander, picke die Personen aus meinem Ordner, die in der jeweiligen Szene mitspielen, und lege sie auf der Pinnwand ab wie Karteikärtchen. Dann kann ich Scapple wieder auf den ganzen Bildschirm ausdehnen und die Personen so lange hin- und herschieben oder/und mit Verbindungslinien, Stichworten oder Abbildungen versehen, bis mein Hirn das der Szene angemessene und hilfreiche Bild gefunden hat. Das sichere ich dann ein Mal als Scappledatei, exportiere es aber noch ein weiteres Mal als simple Bilddatei (.jpg) Diese Bilddatei lege ich mir dann wiederum in den Ordner »Mindmaps« in meinen Scrivener-Binder. Während ich an der Szene arbeite, kann ich mir das Bild dann per Splitscreen neben meinem wachsenden Text anzeigen. Und wenn ich merke, dass die Szene so nicht funktioniert, kann ich in der Scappledatei weiter Personen und Stichworte herumschieben, bis ich eine Lösung gefunden habe.
Wenn ich Szenen schreibe, in denen viele Personen auftreten, erzeuge ich gern ein Bild, in dem ich die Namen zusammenstelle und anordne. Entweder so, wie die Personen sich im entsprechenden Raum befinden oder z.B. ihrer Zusammengehörigkeit nach. Auf die Art bleiben sie mir vor Augen, und ich vergesse nicht, sie am fiktiven Geschehen oder Gespräch zu beteiligen. Mit Scrivener plus Scapple ist das ganz einfach. (Ich arbeite übrigens mit der Scrivener/Scapple-Version für Windows. Beim Mac funktionieren manche Dinge anders.)
Ich habe in meinem Scrivener-Binder einen Ordner, in dem für jede Person des Romans ein Steckbrief-Dokument liegt. Manche dieser Personalbögen sind detaillierte Infosammlungen, in anderen steht kaum mehr als der Name. Gemeinsam haben sie, dass ich sie per Drag-und-drop auf meine geöffnete Scapple-Pinnwand ziehen kann. Dazu lege ich mir die beiden Programmfenster nebeneinander, picke die Personen aus meinem Ordner, die in der jeweiligen Szene mitspielen, und lege sie auf der Pinnwand ab wie Karteikärtchen. Dann kann ich Scapple wieder auf den ganzen Bildschirm ausdehnen und die Personen so lange hin- und herschieben oder/und mit Verbindungslinien, Stichworten oder Abbildungen versehen, bis mein Hirn das der Szene angemessene und hilfreiche Bild gefunden hat. Das sichere ich dann ein Mal als Scappledatei, exportiere es aber noch ein weiteres Mal als simple Bilddatei (.jpg) Diese Bilddatei lege ich mir dann wiederum in den Ordner »Mindmaps« in meinen Scrivener-Binder. Während ich an der Szene arbeite, kann ich mir das Bild dann per Splitscreen neben meinem wachsenden Text anzeigen. Und wenn ich merke, dass die Szene so nicht funktioniert, kann ich in der Scappledatei weiter Personen und Stichworte herumschieben, bis ich eine Lösung gefunden habe.
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| Die Programmfenster Scapple und Scrivener nebeneinander |
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| Personen mit der Maus aus Scrivener in Scapple ziehen |
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| Fertiges Gedankengebilde als jpg exportieren |
Labels:
Autorensoftware,
Freeplane,
Scapple,
Scrivener
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