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Neuigkeiten rund um meine Romane und Antworten auf Fragen, die mir häufig gestellt werden.
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Samstag, 15. Juni 2019
Danke!
»Lady Annes Geheimnis« ist nun seit zwei Wochen im Handel, die Leserunde auf der »Lesejury«-Plattform geht zu Ende, und langsam erscheinen die ersten Rezensionen im Internet. Das heißt, natürlich »erscheinen« diese Rezensionen nicht einfach so, sondern sie werden von Menschen geschrieben, die sich nicht nur die Zeit genommen haben, das Buch in Ruhe zu lesen und auf sich wirken zu lassen, sondern die sich auch die Mühe gemacht haben, ihre Gedanken dazu schriftlich in Worte zu fassen und zu verbreiten. Als Autorin weiß ich diese Mühe absolut zu schätzen und bin jedem dankbar, der sie sich macht. Denn wir Autorïnnen brauchen für unsere Bücher jedes Bisschen Aufmerksamkeit, das auf diese Weise entsteht, damit sie nicht unbeachtet untergehen. Wenn du also schon einmal eine Rezension für eines meiner Bücher oder auch andere Bücher geschrieben und im Internet verbreitet hast, danke ich dir an dieser Stelle von Herzen dafür!
Freitag, 31. Mai 2019
Dienstag, 21. Mai 2019
Noch zehn Tage ...
In zehn Tagen ist es so weit: »Lady Annes Geheimnis« kommt in den Handel (31. Mai). Die Vorableserunde bei der Lesejury ist schon gestern gestartet. Ich wünsche allen Teilnehmerïnnen viel Spaß! Am Freitag komme ich vorbei und beantworte eure Fragen.
Den Überblick über die Familienverhältnisse des Kurfürsten von Hannover/Königs Georg I. von England zu behalten, ist nicht ganz einfach. Da hilft vielleicht dieser kleine Stammbaum. Sein Anspruch auf den englischen Thron entstand übrigens daraus, dass seine Mutter (Sophie von der Pfalz) die Tochter einer Stuart-Prinzessin war. Kleine Extras wie diese Stammtafel findet ihr zu all meinen Romanen auch auf meiner Webseite www.martha-sophie-marcus.de
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Mittwoch, 24. April 2019
Leserunde für Lady Annes Geheimnis
Am 20. Mai startet bei der Lesejury eine Leserunde zu meinem neuen historischen Roman »Lady Annes Geheimnis«, der erst am 31. Mai allgemein veröffentlicht wird. Wer mitmacht, hat also anderen Leser*innen etwas voraus ... Ihr könnt euch noch bis zum 05. Mai auf www.lesejury.de für die Runde anmelden. Leider kann ich mir dieses Mal nicht ganz so viel Zeit dafür nehmen, die Diskussion zu begleiten, aber ich verspreche, dass ich auf jeden Fall ein Mal in der Woche alle Fragen im Fragen-an-die-Autorin-Thread beantworten werde. Spätestens dort werden wir uns also begegnen, und darauf freue ich mich. Also überlegt euch bitte viele schöne Fragen!
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Freitag, 29. Juni 2018
Das Mätressenspiel: Jetzt im Handel
Heute ist der offizielle Erscheinungstermin von "Das Mätressenspiel", und endlich kamen auch meine Belegexemplare an.
Inzwischen haben schon viele der Vorableserinnen dem Buch und mir wunderbar liebevolle und sorgfältige, Rezensionen geschrieben, die ihr unter anderem hier auf der Seite des Lübbe Verlags/der Lesejury nachlesen könnt. Danke für eure Mühe und euer Lob, liebe Leserundenteilnehmerinnen!
An dieser Stelle möchte ich einmal allen RezensentInnen von Herzen danken, die sich schon die Mühe gemacht haben oder sich noch die Mühe machen werden, einem meiner Bücher (oder auch denen anderer AutorInnen) ein Zeugnis zu schreiben! Ihr helft auf diese Weise dabei, Bücher auch für andere LeserInnen sichtbar zu machen. Das ist für uns von der schreibenden Zunft sehr wichtig.
Mittwoch, 27. Juni 2018
Fragen an die Autorin
Die Vorableserunde zu "Das Mätressenspiel" ist nun zu Ende. Der Austausch mit den vielen netten Teilnehmerinnen hat mir viel Freude gemacht, und nun darf ich mich weiter darüber freuen, wie sorgfältig und liebevoll sie ihre Rezensionen verfassen. Wer neugierig ist, kann sie hier auf der Seite des Lübbe Verlags/der Lesejury nachlesen.
Die Fragen, die die Leserundenteilnehmerinnen mir gestellt haben, und meine Antworten darauf, trage ich hier noch einmal für euch zusammen.
Ich bin die Tochter einer leidenschaftlichen Gärtnerin. Meine Mutter lebt nun leider schon seit über zehn Jahren nicht mehr, aber in meinen Erinnerungen sehe ich sie meistens im Garten oder zumindest draußen in der Natur. Ohne den Beruf der Gärtnerin erlernt zu haben, hatte sie sich ein gewaltiges Wissen zu jedem Bereich der Gartengestaltung angeeignet – sei es zu exotischen Zierpflanzen, dem Gemüsenutzgarten, die Obstbaumpflege oder auch der ökologischen Pflanzenvergesellschaftung. Und dieses Wissen hat sie unermüdlich umgesetzt. Dabei folgte sie übrigens den Fußstapfen ihrer Eltern, denn auch meine Großeltern liebten ihren eigenen riesigen Garten.
Schon meine Kindheit war daher vom Gartenthema geprägt, und ich empfinde das als wunderbare Erinnerung. Während ich im Garten spielte, war meine Mutter dort mit Spaten, Hacke oder Schere beschäftigt und kam gelegentlich zu mir (und den Schildkröten) herüber, um uns mit gerade reif gewordenen Erdbeeren oder Tomaten zu füttern.
Ich war vielleicht zehn Jahre alt, als meine Mutter und meine Oma mit meiner Schwester und mir zum ersten Mal nach Hannover in die Herrenhäuser Gärten fuhren. Und ganz gleich, ob einem die sehr spezielle, strenge Barock-Gartenkunst persönlich liegt oder nicht – der Faszination eines gepflegten Barockgartens kann sich wohl kaum jemand entziehen. Ich war jedenfalls schon damals gebannt davon, wie in diesem Park eine Art prunkvolles lebendes Gemälde aus Pflanzen geschaffen und erhalten wurde.
Es folgte noch einige Besuche dort mit meiner Familie, bei denen mir dann irgendwann auch die Statue von Herzogin Sophie, der maßgeblichen Schöpferin der Anlage, auffiel. Während des Studiums lag nicht nur eines meiner Vorlesungsgebäude an den Herrenhäuser Gärten, sondern auch mein Weg in die Stadt führte direkt dort vorbei. Und weil der Eintritt damals frei war, saß ich oft mit einem Buch in einem der ruhigen Winkel der Anlage. Dass ich später, als ich mich aus einer anderen Recherche-Richtung der Geschichte des Herzoghauses von Hannover näherte, wieder auf diesen Garten zurückkam, lag nahe.
Meinen eigenen Garten liebe ich übrigens auch sehr. Da ich aber niemals genug Zeit hätte, um so viel aus ihm zu machen, wie meine Mutter oder meine Oma es getan hätten, lasse ich ihn weitgehend wild wachsen und genieße einfach alles, was freiwillig gedeiht.
Wie lange schreibe ich schon?
Ich schreibe, seit ich es in der Grundschule gelernt habe. In den ersten zwanzig Jahren habe ich mich dabei auf Kurztexte und ausufernde Tagebücher beschränkt und nur äußerst selten jemandem etwas davon gezeigt. Bis zum Ende meines Studiums hatte ich nie die Absicht, professionell zu veröffentlichen, obwohl ich mich immer mit Literatur, Sprache und dem Schreibprozess auseinandergesetzt und extrem viel gelesen habe. Während des Studiums (Germanistik/Literaturwissenschaft, Soziologie und Pädagogik) dachte ich noch, ich würde auf der »Verwerterseite« enden und einen Job in der Verlagsbranche annehmen, was meine Sterne dann anders entschieden.
Wann stand für mich fest, dass ich ein Buch schreiben will?
Schon im Studium habe ich davon geträumt, eines Tages einen Roman zu schreiben, doch die Richtung war mir noch völlig unklar. Nach dem Studium hatte ich dann erst mal ein paar Jahre mit meinen kleinen Kindern zu tun, und für geistig-schöpferische Arbeit gab es wenig Gelegenheit. Gelesen habe ich in dieser Zeit aber auch sehr viel. Und irgendwann brauchten die Kinder dann meine Aufmerksamkeit weniger. Ich sah meine Chance, hatte inzwischen herausgefunden, welche Art von Belletristik mir am meisten liegt, und schrieb meinen ersten Roman. Den ich übrigens aus guten Gründen nie zur Veröffentlichung angeboten habe. Dann schrieb ich den zweiten, für den dasselbe gilt. Erst danach hatte ich den Bogen heraus und schrieb den dritten (»Der Rabe und die Göttin«), für den sich kein Verlag fand, weil das Thema angeblich nicht verkäuflich war. (Später wurde er doch noch veröffentlicht und hat sich ausgezeichnet verkauft.) Mein vierter Roman (»Herrin wider Willen«) war der erste, der veröffentlicht wurde. Was ich damit sagen möchte: Schreiben ist toll, lass dir den Spaß daran niemals nehmen. Auf eine Veröffentlichung hinzuarbeiten, erfordert hingegen eine Menge Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen.
Wie finde ich die Motivation zum Schreiben?
Meine Motivation liegt vor allem in den Themen und Personen meiner Geschichten. Wenn ich am Anfang der Planungsphase überzeugende Figuren geschaffen habe, die authentisch wirkende Hindernisse überwinden müssen, bin ich selbst gespannt darauf, wie es mit ihnen weitergeht und wie es mir gelingen wird, das zu erzählen. Im historischen Roman kommt hinzu, dass ich mein eigenes Interesse für eine Epoche oder ein geschichtliches Thema in eine Form gießen möchte, die auch für andere interessant und unterhaltsam ist, die sich sonst nicht viel mit Geschichte beschäftigen. Jedes Mal, wenn ich bei meinen Recherchen auf etwas stoße, was mein Interesse weckt, überlege ich gleich, wie sich das in einem Roman darstellen ließe.
Trotzdem gab es bisher bei jedem meiner Romane im Laufe der langen Zeit (etwa ein Jahr), die ich daran arbeite, Motivationsflauten. Da brauche ich dann etwas, ohne das man als Berufsautorin nicht existieren kann: eiserne Disziplin, die mich trotzdem jeden Morgen an den Schreibtisch zwingt.
Wenn es dir mit der Frage eher darum ging, wie du als noch experimentierende Autorin Themen und Anlässe zum Schreiben findest, dann rate ich dir, zu einem Buch mit Schreibanregungen zu greifen.
Ich habe schon als Jugendliche nicht nur aktuelle Bücher gelesen, sondern auch alte und sehr alte, und im Studium setzte sich das fort. Wenn ich für eine bestimmte Zeit recherchiere, stoße ich außerdem häufig auf Quelltexte wie Briefe, Tagebücher und Urkunden, aus denen sich zumindest die Schriftsprache der Epoche entnehmen lässt. Für »Das Mätressenspiel« habe ich unter anderem die »Briefe der Herzogin von Orléans. Lieselotte von der Pfalz« gelesen, von denen sich viele an ihre Tante Herzogin Sophie richten, und die Memoiren der Herzogin selbst. (»Memoiren 1639-1680. Sophie von Hannover«).
Nun ist es allerdings trotzdem nicht so, dass die Sprache im Roman wirklich der entspricht, die damals gesprochen wurde, denn die wäre für moderne LeserInnen eine Zumutung. Sogar das damalige Deutsch würden wir kaum noch verstehen, geschweige denn das alte Französisch oder zum Teil gar noch Latein, das im höfischen Umfeld oft die Umgangssprache war. Ich muss als Autorin also eine neue Sprache erfinden, die dennoch die alte widerspiegelt. Wenn mir das gelungen ist, freut es mich sehr.
Oh, ja, ich lese mit Begeisterung kreuz und quer. Nur Krimis mag ich nicht besonders, da lasse ich mich nur auf besondere Empfehlungen ein. Aber mit Fantasy zum Beispiel kann ich mich wunderbar entspannen, und ich würde unheimlich gern eines Tages noch einmal etwas in diesem Genre schreiben.
Es gibt wahnsinnig viele Bücher, die ich liebe – unmöglich, sie hier alle aufzuzählen. Aber am häufigsten wiedergelesen habe ich Twains Tom Sawyer, Lindgrens Die Brüder Löwenherz, Tolkiens Der Herr der Ringe & Der kleine Hobbit, Irvings Das Hotel New Hampshire, Harper Lees To kill a Mockingbird, Sara Donatis Im Herzen der Wildnis (im Englischen eine mehrbändige historische Saga, die leider nie vollständig übersetzt wurde, so weit ich weiß), Penelope Williamsons Westwärts, Niffeneggers Die Frau des Zeitreisenden, Diana Wynne Jones’ Chrestomanci-Geschichten, die Romane von George Eliot, Jane Austen und den Brontë-Schwestern … Wow, sogar das werden zu viele zum Aufzählen.
Mein Suchtmittel ist Tee. (Was für ein Glück, denn der gesundheitliche Schaden von Teekonsum hält sich in Grenzen ;-) ) Ich trinke am Tag literweise meist grünen Tee. Auf meinem Schreibtisch steht buchstäblich immer eine Thermoskanne Tee, und der Griff zur Tasse ist eindeutig eine Suchthandlung, die nichts mit Durst zu tun hat. Neuen Tee kochen zu müssen ist eine typische und immer willkommene Unterbrechung der Arbeit.
Eine zweite Sucht ist Stille. Ich brauche bei der Arbeit Ruhe. Zur Not setze ich sogar einen Gehörschutz auf, wenn zu viele Nachbarn ihre höllischen Gartenmaschinen in Betrieb nehmen.
Ach ja, und gegen Schokolade habe ich auch überhaupt nichts einzuwenden. Die brauche ich nicht ständig, aber gerade bei der Textüberarbeitung, dem Druckfahnenlesen und der Steuererklärung ist sie ein wertvolles Hilfsmittel. Am besten funktionieren bei mir karamellverstärkte Varianten. Schoko-Pfefferminztaler gehen auch. Beim gewöhnlichen Schreiben genügt ein Schälchen mit Studentenfutter.
Mit meinem neuen Romanprojekt verfolge ich das Schicksal der hannoverschen Herzogsfamilie nach einem Zeitsprung von gut dreißig Jahren weiter. Erneut lebt eine (fiktive) junge Frau im höfischen Gefüge, die gewaltige persönliche Probleme zu lösen hat. In dieser Zeit siedelt der hannoversche Hof übrigens nach London um. Mehr sage ich mal nicht. ;-)
Um eine Fortsetzung von »Das Mätressenspiel« handelt es sich aber nicht, sondern um eine ganz neue Geschichte.
Und: Ja, ich schreibe gern und oft von Hand vor. Nur dann nicht, wenn ich stark unter Zeitdruck stehe. Zum einen empfinde ich Handschrift als meditativ und schon an sich befriedigend, zum anderen scheint meine Kreativität leichter zu fließen, wenn die Hand auf die Art mithelfen darf. Tippen ist für mich nicht dasselbe (funktioniert zur Not aber auch direkt). Außerdem sind Papier und Stift ablenkungsfreier als der Computer mit seinen Trillionen von Möglichkeiten. Und ich kann mit Papier leichter im Garten arbeiten, was ich bei passendem Wetter häufig mache. Mit einem Notebook-Bildschirm kommen meine Augen draußen, gerade bei Sonnenlicht, nicht so gut zurecht.
Wenn ich meine Handschrift abtippe (blind und mit zehn Fingern, geht also relativ schnell), überarbeite ich den Text dann schon das erste Mal grob.
Die Frage »Wie lange hat es gedauert?« lässt sich nicht so leicht beantworten, da ich mit der Recherche für »Das Mätressenspiel« nicht bei Null angefangen habe. Allgemeines Wissen über die Epoche habe ich mir schon für den Vorgängerroman (Das blaue Medaillon) angeeignet und es stetig erweitert. Das heißt, Informationen über die kulturellen und gesellschaftlichen Verhältnisse der Epoche, über den Kleidungs-, Einrichtungs-, Bau-, Musik- und Kunststil, die Ernährung, die Landwirtschaft, die Gartenkunst usw. hatte ich schon seit etwa zwei Jahren zusammengetragen, bevor ich mit der konkreten Arbeit am Roman begann. Dann habe ich etwa zwei Monate lang die genauen Einzelheiten über die Herzogsfamilie und andere eventuell vorkommende historische Persönlichkeiten, sowie die räumlichen Gegebenheiten recherchiert. Während des Schreibens hört die Recherchearbeit bei mir dann auch nicht auf, weil ich immer wieder auf Sachverhalte stoße, die mir doch noch nicht klar genug sind, sodass ich wieder nachlesen muss.
Nur ein Bruchteil des recherchierten Materials wird übrigens am Ende für LeserInnen im Roman sichtbar. Trotzdem muss ich alles erst einmal zusammentragen, um entscheiden zu können, was direkt einfließen soll. Der absolute Löwenanteil der Recherche ist das Lesen von Sach- und Fachtexten. Museumsbesuche helfen auch. Reisen an Handlungsorte sind hingegen zwar schön, steuern aber bei historischen Romanen meist nur einen geringen Nutzen bei, weil es fast nirgends auch nur annähernd heute noch so aussieht wie damals. Der berühmte Barockgarten von Herrenhausen ist da auch keine echte Ausnahme, denn er sieht heute ebenfalls nicht mehr aus wie 1682. Er wurde im Krieg ebenso wie das Schloss zerstört und dann neu angelegt. Das Schloss wurde erst vor wenigen Jahren nachgebaut.
Zum Thema Recherche habe ich auf meiner Webseite schon einmal einen ausführlichen bebilderten Beitrag gepostet, der dich vielleicht auch interessiert. Er befindet sich in der Rubrik »Wer-Wie-Was?« unter »Extras«.
Mein erster historischer Roman spielte in der Wikingerzeit, weil mich die nordische Sagen- und Mythenwelt und die Schiffe der Wikinger faszinierten. Verlagsseitig war man damals aber der Ansicht, dass Leser mein Interesse an dieser Zeit nicht teilen. Stattdessen wäre das christliche Mittelalter gefragt. Deshalb habe ich darüber nachgedacht, ob mich am Mittelalter etwas ebenso fesselt wie an der Wikingerzeit, und kam durch verschiedene Zufälle zwar nicht auf das Mittelalter, aber auf die Zeit des Dreißigjährigen Kriegs. In Verbindung mit der Historie der Stadt und des Landes Lüneburg (wo ich lebe) fand ich darin die Grundlage für die nächsten Geschichten, die ich erzählen wollte. Und von da an führte immer die Recherche für den einen Roman zur Idee für den nächsten. Das Herzoghaus von Hannover, um das es in »Das Mätressenspiel« geht, hat seine Wurzeln übrigens auch im Braunschweig-Lüneburgischen. Hinzu kommt in diesem Fall, dass ich ursprünglich aus der hannoverschen Gegend stamme, und deshalb neugierig war, wie es dort zu gewissen Entwicklungen kam. Und die Herzogsfamilie hat mich beschäftigt, weil ich einige der Frauenschicksale dieses Hauses besonders spannend und aufwühlend fand.
Dass du mit deinen sechzehn Jahren noch nicht viele Bücher neu kaufst, liegt ja sicher auch an deinem vermutlich nicht so üppigen Einkommen. Meiner Erfahrung nach ändert sich das ein wenig, wenn man in dieser Hinsicht weniger eingeschränkt ist.
Was mich angeht, nutze ich jede erdenkliche Methode, um an Bücher zu gelangen, außer den Download von Raubkopien. Viele der Sach- und Fachbücher, die ich für meine Arbeit benötige, sind neu gar nicht mehr erhältlich oder für mich unerschwinglich, daher freue ich mich ebenso wie du, wenn ich sie gebraucht kaufen kann oder in der Bücherei ausleihen.
Trotzdem muss ich an dieser Stelle auch darauf hinweisen, dass es für AutorInnen überlebensnotwendig ist, dass Menschen ihre Bücher zum regulären Preis neu kaufen. Zum einen fließt nur dann das Geld für unseren Lebensunterhalt, zum anderen haben Verlage kein Interesse daran, Bücher zu verlegen, die im Laden niemand kauft.
Die Fragen, die die Leserundenteilnehmerinnen mir gestellt haben, und meine Antworten darauf, trage ich hier noch einmal für euch zusammen.
Ich bin die Tochter einer leidenschaftlichen Gärtnerin. Meine Mutter lebt nun leider schon seit über zehn Jahren nicht mehr, aber in meinen Erinnerungen sehe ich sie meistens im Garten oder zumindest draußen in der Natur. Ohne den Beruf der Gärtnerin erlernt zu haben, hatte sie sich ein gewaltiges Wissen zu jedem Bereich der Gartengestaltung angeeignet – sei es zu exotischen Zierpflanzen, dem Gemüsenutzgarten, die Obstbaumpflege oder auch der ökologischen Pflanzenvergesellschaftung. Und dieses Wissen hat sie unermüdlich umgesetzt. Dabei folgte sie übrigens den Fußstapfen ihrer Eltern, denn auch meine Großeltern liebten ihren eigenen riesigen Garten.
Schon meine Kindheit war daher vom Gartenthema geprägt, und ich empfinde das als wunderbare Erinnerung. Während ich im Garten spielte, war meine Mutter dort mit Spaten, Hacke oder Schere beschäftigt und kam gelegentlich zu mir (und den Schildkröten) herüber, um uns mit gerade reif gewordenen Erdbeeren oder Tomaten zu füttern.
Ich war vielleicht zehn Jahre alt, als meine Mutter und meine Oma mit meiner Schwester und mir zum ersten Mal nach Hannover in die Herrenhäuser Gärten fuhren. Und ganz gleich, ob einem die sehr spezielle, strenge Barock-Gartenkunst persönlich liegt oder nicht – der Faszination eines gepflegten Barockgartens kann sich wohl kaum jemand entziehen. Ich war jedenfalls schon damals gebannt davon, wie in diesem Park eine Art prunkvolles lebendes Gemälde aus Pflanzen geschaffen und erhalten wurde.
Es folgte noch einige Besuche dort mit meiner Familie, bei denen mir dann irgendwann auch die Statue von Herzogin Sophie, der maßgeblichen Schöpferin der Anlage, auffiel. Während des Studiums lag nicht nur eines meiner Vorlesungsgebäude an den Herrenhäuser Gärten, sondern auch mein Weg in die Stadt führte direkt dort vorbei. Und weil der Eintritt damals frei war, saß ich oft mit einem Buch in einem der ruhigen Winkel der Anlage. Dass ich später, als ich mich aus einer anderen Recherche-Richtung der Geschichte des Herzoghauses von Hannover näherte, wieder auf diesen Garten zurückkam, lag nahe.
Meinen eigenen Garten liebe ich übrigens auch sehr. Da ich aber niemals genug Zeit hätte, um so viel aus ihm zu machen, wie meine Mutter oder meine Oma es getan hätten, lasse ich ihn weitgehend wild wachsen und genieße einfach alles, was freiwillig gedeiht.
Wie lange schreibe ich schon?
Ich schreibe, seit ich es in der Grundschule gelernt habe. In den ersten zwanzig Jahren habe ich mich dabei auf Kurztexte und ausufernde Tagebücher beschränkt und nur äußerst selten jemandem etwas davon gezeigt. Bis zum Ende meines Studiums hatte ich nie die Absicht, professionell zu veröffentlichen, obwohl ich mich immer mit Literatur, Sprache und dem Schreibprozess auseinandergesetzt und extrem viel gelesen habe. Während des Studiums (Germanistik/Literaturwissenschaft, Soziologie und Pädagogik) dachte ich noch, ich würde auf der »Verwerterseite« enden und einen Job in der Verlagsbranche annehmen, was meine Sterne dann anders entschieden.
Wann stand für mich fest, dass ich ein Buch schreiben will?
Schon im Studium habe ich davon geträumt, eines Tages einen Roman zu schreiben, doch die Richtung war mir noch völlig unklar. Nach dem Studium hatte ich dann erst mal ein paar Jahre mit meinen kleinen Kindern zu tun, und für geistig-schöpferische Arbeit gab es wenig Gelegenheit. Gelesen habe ich in dieser Zeit aber auch sehr viel. Und irgendwann brauchten die Kinder dann meine Aufmerksamkeit weniger. Ich sah meine Chance, hatte inzwischen herausgefunden, welche Art von Belletristik mir am meisten liegt, und schrieb meinen ersten Roman. Den ich übrigens aus guten Gründen nie zur Veröffentlichung angeboten habe. Dann schrieb ich den zweiten, für den dasselbe gilt. Erst danach hatte ich den Bogen heraus und schrieb den dritten (»Der Rabe und die Göttin«), für den sich kein Verlag fand, weil das Thema angeblich nicht verkäuflich war. (Später wurde er doch noch veröffentlicht und hat sich ausgezeichnet verkauft.) Mein vierter Roman (»Herrin wider Willen«) war der erste, der veröffentlicht wurde. Was ich damit sagen möchte: Schreiben ist toll, lass dir den Spaß daran niemals nehmen. Auf eine Veröffentlichung hinzuarbeiten, erfordert hingegen eine Menge Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen.
Wie finde ich die Motivation zum Schreiben?
Meine Motivation liegt vor allem in den Themen und Personen meiner Geschichten. Wenn ich am Anfang der Planungsphase überzeugende Figuren geschaffen habe, die authentisch wirkende Hindernisse überwinden müssen, bin ich selbst gespannt darauf, wie es mit ihnen weitergeht und wie es mir gelingen wird, das zu erzählen. Im historischen Roman kommt hinzu, dass ich mein eigenes Interesse für eine Epoche oder ein geschichtliches Thema in eine Form gießen möchte, die auch für andere interessant und unterhaltsam ist, die sich sonst nicht viel mit Geschichte beschäftigen. Jedes Mal, wenn ich bei meinen Recherchen auf etwas stoße, was mein Interesse weckt, überlege ich gleich, wie sich das in einem Roman darstellen ließe.
Trotzdem gab es bisher bei jedem meiner Romane im Laufe der langen Zeit (etwa ein Jahr), die ich daran arbeite, Motivationsflauten. Da brauche ich dann etwas, ohne das man als Berufsautorin nicht existieren kann: eiserne Disziplin, die mich trotzdem jeden Morgen an den Schreibtisch zwingt.
Wenn es dir mit der Frage eher darum ging, wie du als noch experimentierende Autorin Themen und Anlässe zum Schreiben findest, dann rate ich dir, zu einem Buch mit Schreibanregungen zu greifen.
Ich habe schon als Jugendliche nicht nur aktuelle Bücher gelesen, sondern auch alte und sehr alte, und im Studium setzte sich das fort. Wenn ich für eine bestimmte Zeit recherchiere, stoße ich außerdem häufig auf Quelltexte wie Briefe, Tagebücher und Urkunden, aus denen sich zumindest die Schriftsprache der Epoche entnehmen lässt. Für »Das Mätressenspiel« habe ich unter anderem die »Briefe der Herzogin von Orléans. Lieselotte von der Pfalz« gelesen, von denen sich viele an ihre Tante Herzogin Sophie richten, und die Memoiren der Herzogin selbst. (»Memoiren 1639-1680. Sophie von Hannover«).
Nun ist es allerdings trotzdem nicht so, dass die Sprache im Roman wirklich der entspricht, die damals gesprochen wurde, denn die wäre für moderne LeserInnen eine Zumutung. Sogar das damalige Deutsch würden wir kaum noch verstehen, geschweige denn das alte Französisch oder zum Teil gar noch Latein, das im höfischen Umfeld oft die Umgangssprache war. Ich muss als Autorin also eine neue Sprache erfinden, die dennoch die alte widerspiegelt. Wenn mir das gelungen ist, freut es mich sehr.
Oh, ja, ich lese mit Begeisterung kreuz und quer. Nur Krimis mag ich nicht besonders, da lasse ich mich nur auf besondere Empfehlungen ein. Aber mit Fantasy zum Beispiel kann ich mich wunderbar entspannen, und ich würde unheimlich gern eines Tages noch einmal etwas in diesem Genre schreiben.
Es gibt wahnsinnig viele Bücher, die ich liebe – unmöglich, sie hier alle aufzuzählen. Aber am häufigsten wiedergelesen habe ich Twains Tom Sawyer, Lindgrens Die Brüder Löwenherz, Tolkiens Der Herr der Ringe & Der kleine Hobbit, Irvings Das Hotel New Hampshire, Harper Lees To kill a Mockingbird, Sara Donatis Im Herzen der Wildnis (im Englischen eine mehrbändige historische Saga, die leider nie vollständig übersetzt wurde, so weit ich weiß), Penelope Williamsons Westwärts, Niffeneggers Die Frau des Zeitreisenden, Diana Wynne Jones’ Chrestomanci-Geschichten, die Romane von George Eliot, Jane Austen und den Brontë-Schwestern … Wow, sogar das werden zu viele zum Aufzählen.
Mein Suchtmittel ist Tee. (Was für ein Glück, denn der gesundheitliche Schaden von Teekonsum hält sich in Grenzen ;-) ) Ich trinke am Tag literweise meist grünen Tee. Auf meinem Schreibtisch steht buchstäblich immer eine Thermoskanne Tee, und der Griff zur Tasse ist eindeutig eine Suchthandlung, die nichts mit Durst zu tun hat. Neuen Tee kochen zu müssen ist eine typische und immer willkommene Unterbrechung der Arbeit.
Eine zweite Sucht ist Stille. Ich brauche bei der Arbeit Ruhe. Zur Not setze ich sogar einen Gehörschutz auf, wenn zu viele Nachbarn ihre höllischen Gartenmaschinen in Betrieb nehmen.
Ach ja, und gegen Schokolade habe ich auch überhaupt nichts einzuwenden. Die brauche ich nicht ständig, aber gerade bei der Textüberarbeitung, dem Druckfahnenlesen und der Steuererklärung ist sie ein wertvolles Hilfsmittel. Am besten funktionieren bei mir karamellverstärkte Varianten. Schoko-Pfefferminztaler gehen auch. Beim gewöhnlichen Schreiben genügt ein Schälchen mit Studentenfutter.
Mit meinem neuen Romanprojekt verfolge ich das Schicksal der hannoverschen Herzogsfamilie nach einem Zeitsprung von gut dreißig Jahren weiter. Erneut lebt eine (fiktive) junge Frau im höfischen Gefüge, die gewaltige persönliche Probleme zu lösen hat. In dieser Zeit siedelt der hannoversche Hof übrigens nach London um. Mehr sage ich mal nicht. ;-)
Um eine Fortsetzung von »Das Mätressenspiel« handelt es sich aber nicht, sondern um eine ganz neue Geschichte.
Und: Ja, ich schreibe gern und oft von Hand vor. Nur dann nicht, wenn ich stark unter Zeitdruck stehe. Zum einen empfinde ich Handschrift als meditativ und schon an sich befriedigend, zum anderen scheint meine Kreativität leichter zu fließen, wenn die Hand auf die Art mithelfen darf. Tippen ist für mich nicht dasselbe (funktioniert zur Not aber auch direkt). Außerdem sind Papier und Stift ablenkungsfreier als der Computer mit seinen Trillionen von Möglichkeiten. Und ich kann mit Papier leichter im Garten arbeiten, was ich bei passendem Wetter häufig mache. Mit einem Notebook-Bildschirm kommen meine Augen draußen, gerade bei Sonnenlicht, nicht so gut zurecht.
Wenn ich meine Handschrift abtippe (blind und mit zehn Fingern, geht also relativ schnell), überarbeite ich den Text dann schon das erste Mal grob.
Die Frage »Wie lange hat es gedauert?« lässt sich nicht so leicht beantworten, da ich mit der Recherche für »Das Mätressenspiel« nicht bei Null angefangen habe. Allgemeines Wissen über die Epoche habe ich mir schon für den Vorgängerroman (Das blaue Medaillon) angeeignet und es stetig erweitert. Das heißt, Informationen über die kulturellen und gesellschaftlichen Verhältnisse der Epoche, über den Kleidungs-, Einrichtungs-, Bau-, Musik- und Kunststil, die Ernährung, die Landwirtschaft, die Gartenkunst usw. hatte ich schon seit etwa zwei Jahren zusammengetragen, bevor ich mit der konkreten Arbeit am Roman begann. Dann habe ich etwa zwei Monate lang die genauen Einzelheiten über die Herzogsfamilie und andere eventuell vorkommende historische Persönlichkeiten, sowie die räumlichen Gegebenheiten recherchiert. Während des Schreibens hört die Recherchearbeit bei mir dann auch nicht auf, weil ich immer wieder auf Sachverhalte stoße, die mir doch noch nicht klar genug sind, sodass ich wieder nachlesen muss.
Nur ein Bruchteil des recherchierten Materials wird übrigens am Ende für LeserInnen im Roman sichtbar. Trotzdem muss ich alles erst einmal zusammentragen, um entscheiden zu können, was direkt einfließen soll. Der absolute Löwenanteil der Recherche ist das Lesen von Sach- und Fachtexten. Museumsbesuche helfen auch. Reisen an Handlungsorte sind hingegen zwar schön, steuern aber bei historischen Romanen meist nur einen geringen Nutzen bei, weil es fast nirgends auch nur annähernd heute noch so aussieht wie damals. Der berühmte Barockgarten von Herrenhausen ist da auch keine echte Ausnahme, denn er sieht heute ebenfalls nicht mehr aus wie 1682. Er wurde im Krieg ebenso wie das Schloss zerstört und dann neu angelegt. Das Schloss wurde erst vor wenigen Jahren nachgebaut.
Zum Thema Recherche habe ich auf meiner Webseite schon einmal einen ausführlichen bebilderten Beitrag gepostet, der dich vielleicht auch interessiert. Er befindet sich in der Rubrik »Wer-Wie-Was?« unter »Extras«.
Mein erster historischer Roman spielte in der Wikingerzeit, weil mich die nordische Sagen- und Mythenwelt und die Schiffe der Wikinger faszinierten. Verlagsseitig war man damals aber der Ansicht, dass Leser mein Interesse an dieser Zeit nicht teilen. Stattdessen wäre das christliche Mittelalter gefragt. Deshalb habe ich darüber nachgedacht, ob mich am Mittelalter etwas ebenso fesselt wie an der Wikingerzeit, und kam durch verschiedene Zufälle zwar nicht auf das Mittelalter, aber auf die Zeit des Dreißigjährigen Kriegs. In Verbindung mit der Historie der Stadt und des Landes Lüneburg (wo ich lebe) fand ich darin die Grundlage für die nächsten Geschichten, die ich erzählen wollte. Und von da an führte immer die Recherche für den einen Roman zur Idee für den nächsten. Das Herzoghaus von Hannover, um das es in »Das Mätressenspiel« geht, hat seine Wurzeln übrigens auch im Braunschweig-Lüneburgischen. Hinzu kommt in diesem Fall, dass ich ursprünglich aus der hannoverschen Gegend stamme, und deshalb neugierig war, wie es dort zu gewissen Entwicklungen kam. Und die Herzogsfamilie hat mich beschäftigt, weil ich einige der Frauenschicksale dieses Hauses besonders spannend und aufwühlend fand.
Dass du mit deinen sechzehn Jahren noch nicht viele Bücher neu kaufst, liegt ja sicher auch an deinem vermutlich nicht so üppigen Einkommen. Meiner Erfahrung nach ändert sich das ein wenig, wenn man in dieser Hinsicht weniger eingeschränkt ist.
Was mich angeht, nutze ich jede erdenkliche Methode, um an Bücher zu gelangen, außer den Download von Raubkopien. Viele der Sach- und Fachbücher, die ich für meine Arbeit benötige, sind neu gar nicht mehr erhältlich oder für mich unerschwinglich, daher freue ich mich ebenso wie du, wenn ich sie gebraucht kaufen kann oder in der Bücherei ausleihen.
Trotzdem muss ich an dieser Stelle auch darauf hinweisen, dass es für AutorInnen überlebensnotwendig ist, dass Menschen ihre Bücher zum regulären Preis neu kaufen. Zum einen fließt nur dann das Geld für unseren Lebensunterhalt, zum anderen haben Verlage kein Interesse daran, Bücher zu verlegen, die im Laden niemand kauft.
Montag, 11. Juni 2018
Kostbare Automaten
In "Das Mätressenspiel" besitzt eine der edlen Damen eine kleine silberne Kutsche zum Aufziehen. In der Kunstkammer Wien gibt es ein paar Beispiele solcher uralter Automaten, und auf Youtube habe ich damals, als ich den Roman geschrieben habe, ein paar tolle Präsentationsfilmchen dazu gefunden. Hier sind sie:
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Dienstag, 5. Juni 2018
Ab 29. Juni erhältlich: Das Mätressenspiel
Eine Vorableserunde zu meinem am 29.06. erscheinenden Roman "Das Mätressenspiel" läuft bereits.
Als kleines Extra für die Leserundenteilnehmerinnen und als Appetithäppchen für alle, die überlegen, ob sie den Roman dann später auch lesen wollen, hier ein paar Bilder:
In der Geschichte geht es nicht nur um die Machtspiele von Mätressen und mächtigen Ehefrauen, sondern auch um die Entstehung der prachtvollen Gärten von Hannover-Herrenhausen und das Gärtnern an sich. Einer der jungen Gärtner im Buch bewundert diese Illustration von Maria Sybilla Merian.
Clara von Platen war die Mätresse des hannoverschen Herzogs Ernst August und gehört zu den Hauptpersonen des "Mätressenspiels".
Herzogin Sophie von Hannover war die Gemahlin von Ernst August und damit Claras Gegenspielerin. Außerdem war sie maßgeblich an der Gestaltung der zur welfischen Sommerresidenz gehörenden Herrenhäuser Barockgärten beteiligt, die sie sehr liebte.
Als kleines Extra für die Leserundenteilnehmerinnen und als Appetithäppchen für alle, die überlegen, ob sie den Roman dann später auch lesen wollen, hier ein paar Bilder:
In der Geschichte geht es nicht nur um die Machtspiele von Mätressen und mächtigen Ehefrauen, sondern auch um die Entstehung der prachtvollen Gärten von Hannover-Herrenhausen und das Gärtnern an sich. Einer der jungen Gärtner im Buch bewundert diese Illustration von Maria Sybilla Merian.
Herzogin Sophie von Hannover war die Gemahlin von Ernst August und damit Claras Gegenspielerin. Außerdem war sie maßgeblich an der Gestaltung der zur welfischen Sommerresidenz gehörenden Herrenhäuser Barockgärten beteiligt, die sie sehr liebte.
Montag, 4. Juni 2018
Start der Vorableserunde
Und los geht's mit der Leserunde. Ab heute lesen und diskutieren die Teilnehmer der Vorableserunde zu „Das Mätressenspiel“ auf www.lesejury.de. Das heißt, für mich gibt es nun die ersten Rückmeldungen von „Privatlesern“ (im Gegensatz zu Berufs-und Testlesern). Ich bin sehr gespannt.
Für alle erhältlich ist der Roman ab dem 29. Juni.
Für alle erhältlich ist der Roman ab dem 29. Juni.
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Mittwoch, 2. Mai 2018
Das Mätressenspiel: Leserunde bei der Lesejury
Klick zur Leseprobe
Vom 04.06.2018 bis 24.06.2018 findet auf der Leserplattform Lesejury eine Vorab-Leserunde zu "Das Mätressenspiel" statt. Falls Ihr mitlesen möchtet: Die Anmeldung ist bereits eröffnet.
Ich freue mich über zahlreiche Mitleser und begleite die Runde zumindest in der ersten und dritten Woche. In der zweiten werde ich voraussichtlich unterwegs sein und nur eingeschränkt Zugang zum Internet haben. All Eure Fragen zum Roman beantworte ich aber selbstverständlich gern davor oder danach.
Ich bin schon gespannt auf eure Eindrücke und wünsche viel Glück bei der Auslosung!
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Dienstag, 17. Oktober 2017
Martha und die Erwartungen
In der Leserunde zu »Das blaue Medaillon« habe ich wieder einmal festgestellt, wie unterschiedlich die Erwartungen von Lesern an einen Roman sind. Worüber die eine Leserin oder der eine Leser glücklich ist, das langweilt den anderen. Was die eine als mutig und außergewöhnlich feiert, das tut der andere als »unrealistisch« ab. Wer einen Krimi erwartet, den enttäuscht die humorvolle Liebesgeschichte, wer über heiße Küsse lesen möchte, hat oft für historische Details über Barocktheater wenig Geduld. Romane zu schreiben, bedeutet ohnehin, auf dem schmalen Grat der Gesetze des Geschichtenerzählens zu wandern. Es wird beinah unmöglich, wenn die Autorin versucht, die individuellen Erwartungen aller Leser zu befriedigen.
Wenn ich meine Geschichten schreibe, folge ich keinem gleichbleibenden Muster. Sicher gibt es Eigenheiten, die alle meine Romane teilen, dennoch ist jeder neu und anders für mich. Deshalb kann es passieren, dass eine Leserin, die gerne wieder ein ähnliches wie ein bestimmtes meiner früheren Bücher lesen würde, von dem nächsten Buch überrascht oder schlimmstenfalls enttäuscht wird.
Meine Romane bieten unterschiedliche Arten von Spannung. Jemand, der in »Der Rabe und die Göttin« von Havenars und Frygdis' unsterblicher und durchaus erotischer Liebe begeistert war, wird diese Art Leidenschaftlichkeit in »Herrin des Nordens« vermissen (obwohl es auch dort mehr als eine Liebesgeschichte gibt). An der Historie Interessierte hingegen sind mit »Herrin des Nordens« vermutlich zufriedener. Denn hier erzähle ich von einer geschichtlichen Entwicklung: dem Untergang der Stadt Haithabu, die im Roman beinah ebenso zur Protagonistin wird wie Ingunn – die menschliche Heldin des Geschehens. »Das blaue Medaillon« ist eine Geschichte, die trotz eines tragischen Beginns wesentlich leichtherziger und humorvoller erzählt ist als z.B. »Die Bogenschützin«, zudem ist der Krimifaktor im »Medaillon« ausgeprägter als in den meisten anderen meiner Romane.
So könnte ich noch etliche Beispiele für Faktoren aufzählen, an denen Leser(innen)erwartungen sich gelegentlich reiben. Aber zu meinem eigenen Vergnügen habe ich mir etwas Besseres ausgedacht: Die »MSM-Romanerlebnis-Skala«.😉 Ich habe meine Romane miteinander verglichen und bewertet, wie stark ausgeprägt bestimmte Faktoren bei ihnen sind. Wenn ihr also überlegt, was ihr als nächstes von mir lesen wollt, dann werft doch mal einen Blick darauf. 💗
Montag, 2. Oktober 2017
Fragen an Martha, die elfte und letzte
Wie umfangreich und detailliert ein Exposé sein muss und ob eine Leseprobe dazugehört, ist von Verlag zu Verlag und von Fall zu Fall unterschiedlich. Manchmal hat ein Kurzexposé für die Entscheidung des Verlags genügt, in dem auf zwei Seiten die Hauptpersonen und der Handlungsverlauf grob zusammengefasst waren. In anderen Fällen brauchte der Verlag eine schon sehr weit ausgearbeitete Handlung plus Leseprobe. Ich bin natürlich immer froh, wenn wenig nötig ist, weil Exposés viel Arbeit machen, von der ich nie weiß, ob sie sich am Ende lohnen wird. Aber wie ich oben zu einer anderen Frage schon geschrieben habe: Ich weiß über die Handlung ohnehin schon viel, bevor ich einen Roman (in welcher Form auch immer) anbiete. Anderenfalls könnte ich dem Verlag nicht zusagen, dass er das Manuskript im ungefähr abgesprochenen Umfang zum festgelegten Zeitpunkt erhält.
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Fragen an Martha, Nr. 10
Die 1920er Jahre waren eine extrem spannende Zeit, und grundsätzlich schließe ich keine Epoche aus. Momentan fühle ich mich aber gedanklich noch für eine Weile an die frühe Neuzeit gebunden. Der nächste Roman, der von mir bei Lübbe erscheinen wird, spielt wie »Das blaue Medaillon« im 17. Jahrhundert. (Das Manuskript ist schon fertig) Und für das Projekt, das ich zurzeit plane, beschäftige ich mich mit dem beginnenden 18. Jahrhundert.
Fragen an Martha, Nr. 9
Ich könnte nicht in jedem Fall erklären, warum mich bestimmte Umstände oder Personen faszinieren und inspirieren. Aber das Interesse und die Auseinandersetzung mit manchen Themen zieht sich bei mir, wie wohl bei jedem Menschen, durch Lebensphasen oder sogar das ganze Leben. Bei mir sind es z.B. das Verhältnis der Geschlechter und Frauenrechte, die mich immer besonders beschäftigt haben. Daher sehe ich mir bei der historischen Recherche automatisch genau an, welche Rolle die Frauen in welchen Zusammenhängen gespielt haben. Oft ergeben sich daraus schon Ideen, von denen ich weiß, dass sie mein Interesse für die lange Schreibzeit eines Romans fesseln werden. Aus Ungerechtigkeit entstehen Konflikte, wie wir alle nur zu gut wissen. Und Konflikte sind Nährstoff für den Roman. Das heißt: Eine Romanidee ist für mich nur tauglich, wenn die Situation, in die ich die Personen bringe, reichlich Konfliktpotential bietet. Wobei es sich sowohl um zwischenmenschliche Streitigkeiten oder den Kampf mit äußeren Umständen als auch um ganz private Gewissenskonflikte handeln kann.
Wenn ich eine Kernidee habe, von der ich glaube, dass etwas daraus werden könnte, lasse ich sie gären, sammle Material und plane dann schrittweise immer genauer die Handlung. Erst wenn ich herausgefunden habe, ob es in jedem Teil der Handlung eine spannende offene Frage gibt und ob der Ausgangskonflikt bis zum Ende bestehen bleibt oder durch einen anderen, ebenso starken abgelöst wird, schreibe ich das Exposé und biete den Roman an. Dann weiß ich sicher, dass ich den Roman wirklich schreiben kann – und auch, welchen Umfang er ungefähr haben wird. Natürlich bleibt trotzdem ungewiss, ob die Leser meine offenen Fragen so spannend finden wie ich. Wenn jemand ganz andere Lebensthemen hat, passt es natürlich auch mal nicht.
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Sonntag, 1. Oktober 2017
Fragen an Martha, Nr. 8
Schrecklich gern würde ich in verschiedensten vergangenen Epochen mal für eine Weile ein unsichtbares (und unverwundbares) Mäuschen spielen. Leben möchte ich aber nicht in der Vergangenheit. So sehr man an der Gegenwart herummäkeln kann, leben wir doch im Vergleich zu früher ein leichtes und sicheres Leben, vor allem als Frauen. Ich bin zu froh, dass ich in einer Gesellschaft lebe, die mir (zumindest theoretisch und einklagbar) als Frau dieselben Rechte einräumt wie den Männern. Ich bin froh, dass ich meine Kinder in einer Zeit zur Welt bringen durfte, in der die meisten Mütter die Geburt überleben und Säuglinge im Vergleich zu früher eine sehr hohe Überlebenswahrscheinlichkeit haben. Und neben all diesen hochwichtigen Errungenschaften finde ich es auch toll, dass Tee, Kaffee und Schokolade keine absolut unerschwinglichen Luxusgüter mehr sind. ;-)
Ich kann gar nicht sagen, dass mich das 17. Jahrhundert viel mehr fasziniert als andere Epochen. Aber je länger ich recherchierte, desto stärker nahm mich die höfische Atmosphäre dieser Zeit gefangen: die Üppigkeit der Ausstattung, von Kleidern bis zu Möbeln und Mahlzeiten, dabei die ungeheuer komplizierten Regeln des Zeremoniells und die verwickelten Machtspiele, bei denen jede kleine Äußerung ungeahntes Gewicht haben konnte. Tatsächlich war das alles eine fortwährende Schauspielerei. Nicht umsonst liebte der Adel zu dieser Zeit Maskenfeste und Theater aller Art. Eine Maske konnte für eine Weile die alltägliche, zwanghafte Selbstdarstellung verändern und vielleicht eine kleine Erleichterung verschaffen.
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Fragen an Martha, Nr. 7
Die Persönlichkeit der Figuren entwickelt sich zum Teil schon während ich den Roman plane. Wobei sich das Plotten des Handlungsverlaufs und die Entwicklung der Figuren bei mir nicht voneinander trennen lassen, sondern ineinandergreifen. Beides beeinflusst sich gegenseitig. Manchmal sehe ich Personen schon deutlich vor mir, bevor ich anfange zu schreiben. (Bei Alessa und Arthur war das so.) Vollständig und endgültig lege ich vor dem Schreiben aber weder Charaktere noch Handlung fest. Es wäre zu komplex, von so vielen Figuren schon über die ganze Spanne des Romans im Voraus wissen zu müssen, welche emotionalen Reaktionen und Verhaltensweisen sie in welcher Situation zeigen werden. Ich müsste mir dann so viele Notizen machen, dass sie die Textmasse des eigentlichen Romans möglicherweise übertreffen würden. Wenn ich während des Entstehens der ersten Manuskriptfassung herausgefunden habe, wer eine Person ganz genau ist, verstärke ich bei den Überarbeitungsdurchgängen die Charakterisierung.
Da ich zwar schon viel über die frühe Neuzeit wusste, aber noch keinen Roman geschrieben hatte, der im höfischen Milieu des Barock spielt, musste ich eine Menge neues Material sammeln. Zeitweise stapelten sich an die dreißig Bücher über Fürstenhöfe, Biographien, Theatergeschichte, die Erziehung junger Adliger, allgemeine Kulturgeschichte und Stadtgeschichte auf meinem zweiten Schreibtisch. Ich habe mich ausgiebig mit dem Herzoghaus Braunschweig-Lüneburg und seinen Mitgliedern befasst und auch beim Schreiben immer wieder nachgeschlagen, um den fiktive Handlungsrahmen ohne sichtbare Nähte in die historischen Tatsachen einzupassen. Der Vorteil dieser umfassenden Recherche war, dass ich gleich Anregungen und Wissen für den nächsten Roman gefunden habe, der inzwischen schon fertig geschrieben ist und ebenfalls bei Lübbe erscheinen wird. Und gerade habe ich eine neue Romanidee ausgearbeitet, mit der ich auch noch ungefähr in der gleichen Zeit bleibe.
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Freitag, 29. September 2017
Fragen an Martha, Nr. 6
Bei einem historischen Roman sehe ich mir die Liste der historischen Persönlichkeiten an, die in der Geschichte auftreten oder erwähnt werden. Da ihre Namen feststehen, scheiden sie für die fiktiven Personen aus. (Ein Jammer, sonst hätte ich vielleicht eine andere der Frauen Zenobia genannt.) Auch zu große Ähnlichkeit im Klang oder im Schriftbild vermeide ich nach Möglichkeit.
Das nächste wichtige Kriterium ist, die historische Gebräuchlichkeit. Um Namen zu finden, die man damals schon verwendet hat, mache ich mir schon bei der Recherche Notizen und schreibe Namen von historischen Personen auf, (die erst mal nichts mit dem Roman zu tun haben.) Ein Namenslexikon ist natürlich auch nützlich.
Außerdem versuche ich, für die Hauptpersonen eher unkomplizierte Namen zu wählen, an denen man beim Lesen nicht hängen bleibt.
Dass der Name am Ende zur Figur passen muss, ist natürlich klar. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass das subjektiv empfunden wird. Was mir als passender Name erscheint, findet eine Leserin vielleicht eher befremdlich.
Fragen an Martha, Nr. 5
😨 Oh ja, ich bin nervös. Aber das bin ich in den Wochen nach dem Erscheinungstermin sowieso, da beuteln mich jedes Mal die gleichen Fragen. Wird das Buch wahrgenommen und von den richtigen Leserinnen und Lesern gefunden? Funktioniert die Geschichte? Findet das Thema/die Epoche zurzeit genug Interesse? Oder haben ich und mein Agent und die Lektorinnen und die Testleserinnen sich dieses Mal alle schrecklich geirrt? Ist es dieses Mal der Roman geworden, den niemand mag? Habe ich trotz aller Sorgfalt blöde Fehler eingebaut, an denen sich alle furchtbar reiben werden? Finden sich überhaupt genug Interessenten für eine Leserunde?
Was die Leserundenteilnehmer/innen angeht, mache ich mir allerdings wenig Sorgen, weil ich noch nie ernsthaft üble Erfahrungen gemacht habe. Die meisten Menschen, denen ich auf diese Art über das Internet begegnet bin, waren in der Lage, sich auch dann freundlich und sachlich zu äußern, wenn ihnen mal etwas nicht gefiel. Tatsächlich interessieren mich alle Anmerkungen zu meinen Romanen. Leserunden sind immer noch die beste Gelegenheit, um direkt von meinen Leserinnen/Lesern zu lernen, wie die Worte wirken, die ich wähle. In den Missverständnissen liegen auch die meisten Überraschungen für mich. Eindeutiges Schreiben ist wirklich eine hohe Kunst, an der ich immer weiter arbeiten muss.
Ach ja, der Vergleich zu den Lesungen: Bei einer Lesung kennen viele Teilnehmer das Buch ja noch gar nicht und lernen bei der Veranstaltung auch nur einen kleinen Teil davon kennen. Daher werden meistens nur ganz allgemeine Fragen gestellt. Das ist für mich eine ganz andere Situation.
Donnerstag, 28. September 2017
Fragen an Martha, Nr. 4
😁 LOL. Ja, damals stand so einige auf dem Tisch, was wir heute wohl nicht mehr so lecker fänden. Ich sehe mir alte Kochbücher an, um Gerichte auszusuchen, die aufgetragen worden sein könnten. Manchmal gibt es auch in alten Berichten von höfischen Feierlichkeiten Auflistungen der Köstlichkeiten, die serviert wurden. Das Aal-Rezept habe ich ungefähr so in einem Kochbuch von 1598 gefunden (»Ein köstlich new Kochbuch« von Anna Wecker).
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Fragen an Martha, Nr. 3
Früher habe ich nur grob geplant und mit dem Schreiben angefangen, wenn ich den Anfang und das Ende wusste und eine vage Vorstellung von der Mitte hatte. Das hat Spaß gemacht und für jede Menge Überraschungen für mich selbst gesorgt, aber extrem viel Zeit bei den Überarbeitungen gekostet.
Mittlerweile nehme ich mir mehr Zeit für die Planung im Vorfeld und schreibe eine Outline, die schon recht genau den Handlungsverlauf und dazu passende Szenenideen enthält. (Das brauche ich auch für das Exposé, das der Verlag bekommt, um zu entscheiden, ob er den Roman verlegen will.)
Das klingt nun, als könnte ich anschließend den Roman fix herunterschreiben. Aber so ist es dann doch nicht, denn hier kommen die Überraschungen ins Spiel. Die Entwicklung der Figuren schon vor dem Schreibbeginn genau festzulegen, kann und mag ich nämlich nicht. Ich entdecke beim Schreiben, wie die Figuren sich entwickeln, wie sie von ihren Erlebnissen oder voneinander beeinflusst und verändert werden. Erst wenn ich weiß, wie es allen Figur in einer Szene emotional gerade geht, kann ich entscheiden, ob die Handlung wirklich so ablaufen kann, wie ich sie mir ganz zu Anfang vorgestellt hatte. Wenn ich etwas verändere, zieht das natürlich weitere Änderungen nach sich. Manchmal bringt mir auch die Recherche, die ich während des Schreibens weiterführe, eine neue Idee oder die Erkenntnis, dass ich mich in einer Sache geirrt habe. Dann baue ich die Handlung ebenfalls um.
Wenn ich die Handlung und Figurenentwicklung wirklich schon vor dem Schreiben ganz genau aufgezeichnet hätte, würde ich mich beim Schreiben langweilen.
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