Was erfährt man hier?

Neuigkeiten rund um meine Romane und Antworten auf Fragen, die mir häufig gestellt werden.

Freitag, 5. Februar 2021

Martha auf Instagram

 

Um all meine Beiträge zu "Die Bogenschützin" und anderen Themen zu sehen, folg mir gern auf Instagram: https://www.instagram.com/marthasophiemarcus/ 
Ich freue mich auf den Austausch mit dir.


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(Auch über Kindle Unlimited ausleihbar)


Donnerstag, 4. Februar 2021

MSMbooks

 

 

(Werbung für alles, was ich nenne. ;-) )
Unter dem Label MSMbooks veröffentliche ich Neuausgaben meiner älteren Romane, deren Rechte von den jeweiligen Verlagen nach Ablauf der Verträge wieder an mich zurückgefallen sind. Zur Zeit lohnt sich das für mich nur im E-Book-Format und über Amazon Kindle, aber ich bewerte ständig neu, welche andere Möglichkeiten sich bieten, und ob es Sinn hat, das eine oder andere Buch auch wieder in einer Printausgabe anzubieten. (Die erbitterten Amazon-Gegnerïnnen bitte ich an dieser Stelle, bei aller berechtigten Kritik zu bedenken, dass die Einnahmen, die ich über meine eigenveröffentlichten Kindle-E-Books erziele, maßgeblich zu meinem Überleben als Autorin beitragen. Und das ist nicht nur bei mir so. Kindle Direct Publishing bietet für Autorïnnen äußerst faire Bedingungen.)
Der Drache, der im MSMbooks-Logo zu sehen ist, steht im Original übrigens in meinem Garten. Mein Mann hat ihn mir ein Jahr nach Erscheinen der »Bogenschützin« zum Geburtstag geschmiedet. Und weil Hedwig, die Heldin des Romans, gelegentlich als Drache oder zärtlicher als »Drachenmaid« bezeichnet wird, habe ich meine Drachendame »Hedwig« getauft.

Nebenbei bemerkt: Auf meiner Webseite gibt es unter dem Reiter »MSMbooks« ein von mir mit viel Freude an der Sache gestaltetes Lesejournal zum Download. Kostenfrei oder gegen eine Spende. Seht es euch gern mal an.



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Samstag, 30. Januar 2021

Kleiner Exkurs: Frauen im Mittelalter

 

 

Zitat: »Eine junge Frau kämpft sich als Bogenschützin im Mittelalter durch, was leider ein Märchen ist. Keine Frau konnte sich damals in dieser Zeit durchkämpfen. Und wenn sie es versucht haben sollte, dann wurden sie unterdrückt, vergewaltigt, ermordet!«

So schrieb eine Leserin vor einigen Jahren zu »Die Bogenschützin«. Wahrscheinlich hatte sie den Roman nicht gelesen, denn was die Heldin des Romans tut, kann man mit dem Satz »Eine junge Frau kämpft sich als Bogenschützin durch« eigentlich nicht beschreiben.
Aber die Behauptung »Keine Frau konnte sich damals durchkämpfen« ist mir trotzdem eine nähere Betrachtung wert. Ist das die Wahrheit über Frauen im Mittelalter? Waren sie wirklich allein so chancenlos? Und müsste entsprechend eigentlich jedem historischen Roman eine Triggerwarnung vorausgestellt werden?

In dem langen Zeitraum von 500 bis 1500, den wir heute mit dem Oberbegriff »Mittelalter« bezeichnen, veränderte sich die Stellung der Frau immer wieder und sie variierte ohnehin von Ort zu Ort (auch innerhalb des heutigen Deutschlands) stark. Selbst die Kauffrau aus Köln und die aus Magdeburg verfügten im Jahr 1420 über unterschiedliche Rechte.
Grundsätzlich gilt aber, dass (mindestens) die vergangenen 1000 Jahre eine insgesamt gewalttätige und frauenfeindliche Zeit waren. Die Gewalt betraf alle, doch Frauen gegenüber wurde sie über alle Gesellschaftsschichten hinweg in besonderem Maße rechtlich legitimiert oder zumindest ignoriert. Daher waren sie körperlichen und seelischen Übergriffen in hohem Maß ausgesetzt – ausgeübt sowohl von bösartigen, als auch von im Rahmen ihrer sozialen Prägung wohlmeinenden Männern (die aus »erzieherischen« Gründen ihr Züchtigungsrecht anwandten), aber auch von anderen Frauen, die das misogyne Gesellschaftssystem aus Gründen des Selbstschutzes stützten, sogar wenn sie faktisch selbst von der resultierenden Ungerechtigkeit und Brutalität betroffen waren.
Dennoch lässt sich feststellen, dass Frauen im Mittelalter insgesamt mehr Möglichkeiten hatten, sich beruflich und eigenständig zu betätigen als später in der frühen Neuzeit. Sie gingen einer ganzen Reihe von Berufen nach, und wo das so war, können wir davon ausgehen, dass sie auch einen gewissen Bewegungsspielraum hatten, um ihre Waren anzubieten, Rohstoffe einzukaufen und Geschäftspartner oder -partnerinnen für Verhandlungen zu treffen. Wie weit sie sich dabei aus den sicheren Grenzen ihres Hauses bzw. Heimatorts hinauswagen konnten, hing vor allem davon ab, wie sicher die Umgebung grundsätzlich war, und darüber lässt sich kaum etwas Allgemeingültiges sagen. War die Gegend stark oder schwach besiedelt? Herrschten Krieg oder Fehde? Gab es eine Landesherrschaft, der die Sicherheit von Kaufleuten und anderen Reisenden auch auf den Straßen außerhalb der Burg- und Stadtmauern ein wichtiges Anliegen war?
Allgemeingültig lässt sich hingegen sagen, dass die unverheiratete, eigenverantwortlich handelnde Frau in der Gesellschaft des gesamten Mittelalters nicht vorgesehen war. Eine ledige Frau wurde als entweder noch nicht verheiratet (Jungfer) oder nicht mehr verheiratet (Witwe) behandelt.
Die Jungfrau wurde akzeptiert, so lange sie von ihrer Verwandtschaft oder einem männlichen Stellvertreter beherbergt, geschützt (und bevormundet) wurde. Der Status der Witwe unterschied sich je nach Ort und Umständen stark und konnte ihr im besten Fall eine hohe Eigenständigkeit ermöglichen. Auch dann blieb aber der für sie von der Gesellschaft vorgesehene Aufenthaltsort der häusliche Bereich.
Diese Zuschreibungen führten dazu, dass eine alleinstehende Frau ohne festes Heim und ohne den Schutz eines Vormunds fast automatisch außerhalb der Gesellschaft stand und daher nicht auf ihre Unterstützung bauen konnte.
Das galt sowohl für die Frauen, die sich an einem alternativen Lebensstil innerhalb der Städte versuchten, als auch für die, die zum fahrenden Volk gehörten, so wie für diejenigen, die den kriegführenden Heeren folgten, um die Soldaten zu versorgen. Bekanntermaßen gab es diese Frauen dennoch, und auch wenn sie höchstwahrscheinlich immer bemüht waren, sich durch einen schützenden Kreis von Begleitern abzusichern, ist es vorstellbar, dass sich Umstände ergaben, unter denen sie zumindest zeitweise völlig auf sich allein gestellt waren.
In kriegsbedingten gewalttätigen Konflikten zu den Waffen gegriffen haben sie dennoch selten, Erwähnungen von bewaffnet kämpfenden Frauen sind in den historischen Quellen rar. Was nicht heißen soll, dass eine Frau nicht auch damals schon ausgezeichnet z. B. einen Bogen führen konnte. Das beweisen die vielen adligen Jägerinnen jener Zeit. Und man darf nicht vergessen, dass viele Frauen damals durch die viele harte körperliche Arbeit im Durchschnitt vermutlich stärker waren als wir es (im Durchschnitt) heute sind.
Zurück zum Ausgangspunkt: War es damals, um 1420 herum möglich, dass eine Frau sich allein durchschlug?
Sich als unverheiratete, allein lebende Frau, die nicht über besonderen familiären Rückhalt oder Schutz durch die Landes- oder Stadtherrschaft verfügte, eine angesehene Existenz aufzubauen, war schon aus rechtlichen Gründen vielerorts kaum möglich. Aber es wird immer wieder Notlagen gegeben haben, in denen einer Frau nichts anderes übrig blieb, als zumindest Teile ihrer Reise (sowohl wörtlich als sinnbildlich gemeint) allein zu bewältigen. Ich sehe keinen Grund, warum es ihr nicht hätte gelingen sollen, so lange sie von der größten Gefahr ihrer (und unserer) Zeit Abstand hielt: von gewalttätigen Männern. Dafür werden die Frauen damals ebenso ihre Strategien gehabt haben, wie wir sie heute haben. Und dass es auch damals schon die andere Sorte Mann gab, die der gesellschaftlich abgründigen Lage zum Trotz fähig war, sich Frauen gegenüber anständig, unvoreingenommen und mitfühlend zu verhalten, steht außer Frage. Dafür gibt es in den überlieferten Lebensgeschichten von Frauen genug Belege.

Wie sieht es nun mit der Triggerwarnung zu meinen Romanen aus?
Einen historischen Roman zu schreiben, und dabei die Allgegenwärtigkeit von Gewalt und Unfreiheit außer acht zu lassen, bedeutet, die historische gesellschaftliche Wirklichkeit zu verleugnen und den unbeschreiblich harten Weg der weiblichen Emanzipation kleinzureden. In meinen Romanen ist die Benachteiligung der Frauen immer ein begleitendes Thema. Trotzdem stelle ich Gewalterfahrungen meiner Protagonistinnen nicht in den Vordergrund und beschreibe Gewalt nicht ausschweifend oder drastisch explizit.
Ob bestimmte Szenen für manche Leserïnnen dennoch zu schmerzhaft sein könnten, kann ich pauschal nicht beurteilen und möchte deshalb auch keine pauschale Triggerwarnung voranstellen. Ich schlage stattdessen vor, dass ihr euch direkt an mich wendet und konkret nachfragt, falls ihr unsicher seid. Das dürft ihr auch gern anonym z. B. per Email mit einer neutralen Emailadresse.

Falls ihr euch in das Thema »Frauengeschichte« einlesen möchtet, hier ein paar Lesetipps aus meinen Regalen:

Duby / Perrot: Geschichte der Frauen

Kaari Utriu: Evas Töchter

Edith Ennen: Frauen im Mittelalter

Holland: Misogynie. Die Geschichte des Frauenhasses

Hufton: Frauenleben. Eine europäische Geschichte. 1500 – 1800

Jesch: Women in the Viking Age

Beuys: Die neuen Frauen – Revolution im Kaiserreich

Richter / Wolff: Frauenwahlrecht. Demokratisierung der Demokratie in Deutschland und Europa

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Gewinnspiel zu "Die Bogenschützin"


Zu gewinnen gibt es zwei signierte Exemplare der im Handel inzwischen weitgehend vergriffenen Verlagstaschenbuchausgabe von »Die Bogenschützin« und ein paar schöne Goodies. (Siehe zweites Bild.)
Um teilzunehmen, schick mir bitte eine E-Mail (martha@ms-marcus.de, Betreff: Gewinnen.) und schreib mir deinen Vor- und Nachnamen. Nur die Gewinner erhalten eine Antwort, in der ich sie nach ihrer Postadresse frage. Gleich nach Erhalt der Adresse verschicke ich die Bücher. Eure E-Mail-Adressen, Namen und Postadressen verwende ich ausschließlich für die Gewinnauslosung bei diesem Spiel und lösche sie danach. Einsendeschluss ist Mittwoch, der 03.02.2021, 18 Uhr. Nach Abschluss des Spiels veröffentliche ich die Vornamen von den beiden, denen das Losglück hold war. Wenn ihr teilnehmt, gehe ich davon aus, dass ihr alle Teilnahmebedingungen (siehe auch unten) gelesen habt und sie für euch so in Ordnung sind.
Wenn ihr das Gewinnspiel teilt oder Freunde taggt, die vielleicht auch mitmachen möchten, freue ich mich natürlich.
Ich wünsche euch viel Glück!
Weitere Teilnahmebedingungen:
Leider muss ich aus Kostengründen die Verlosung auf Teilnehmerïnnen mit Postadressen innerhalb der EU beschränken. Wenn ihr noch nicht 18 seid, braucht ihr das Einverständnis eurer Eltern, um teilzunehmen. Der Gewinn ist nicht verhandelbar, umtauschbar, auszahlbar oder übertragbar. Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Instagram oder Facebook.
Mehrfacheinsendungen von einer Person sind unfair und sinnlos. In der Regel erkenne ich so etwas und sortiere diese Teilnehmerïnnen dann ganz aus.
Zum Werbehinweis: Ich habe den Tee selbst gekauft und keine Vereinbarung mit dem Hersteller.


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Freitag, 29. Januar 2021

Martha und das Bogenschießen

 

Sieben Fun Facts über das Bogenschießen

* Es gibt viele Bogenklassen, aber insgesamt sind Bogenschützen grob in zwei Gruppen unterteilt, die sich gegenseitig oft ein bisschen belächeln: diejenigen, die einen Bogen mit Visier schießen und diejenigen, die aus Überzeugung kein Visier verwenden, sondern sich beim Zielen auf eine Mischung aus Augenmaß, Erfahrung und Intuition stützen. Beim Schießen auf bekannte Entfernungen sind die Visierschützen meist etwas im Vorteil, bei unbekannten Entfernungen sind die ohne Visier ... zumindest immer noch in der Lage doppelt so schnell zu schießen wie die Konkurrenz mit Visier.  ;-)

* Moderne Sportbögen werden oft aus ähnlichen High-Tech-Materialien gebaut wie heutige Hochleistungsski. Es gibt aber viele Schützen, die auch in Wettkämpfen weiterhin traditionelle Holzbögen nach historischer Bauart schießen. Weil diese Bögen am schwierigsten zu beherrschen sind, nennt man die Holzbogenklasse auch »Königsklasse«.

* Bögen haben ein unterschiedliches Zuggewicht und dementsprechend eine unterschiedliche Durchschlagskraft und Pfeilgeschwindigkeit. Die Kraft, die zum Ziehen der Bogensehne aufgewandt werden muss, gibt man auf dem Bogen in englischen Pfund (1 lb = 0,45 kg) an. Ein mittelalterlicher englischer Kriegslangbogen hatte mehr als 100 Pfund Zuggewicht. Das war auch damals schon mehr als z .B. für die Jagd nötig war. Es gab auch leichtere Bögen. Für heutige Sportschützen ist ein Bogen mit 70 lb schon übertrieben schwer. Um so einen Bogen noch gezielt schießen zu können, muss man schon sehr durchtrainiert sein. Erwachsene Anfänger beginnen am besten mit höchstens 20 lb.
(P .S. Die Jagd mit dem Bogen ist heute in Deutschland vernünftigerweise verboten!)

* Beim »Flightschießen« geht es nur darum, wie weit man einen Pfeil schießen kann. Die mögliche Weite ist natürlich von Bauart und Material des Bogens und des Pfeils abhängig. Der Rekord mit dem freihändig geschossenen Recurvebogen liegt meines Wissens bei ca. 1200 m.
 
* Es gibt eine Wettkampfart namens Cloutschießen, bei der es ebenfalls ums Weitschießen geht, allerdings ums zielgenaue. Das hat nichts mit Wolken zu tun (Clouds), sondern mit dem Tuch (Clout), das man früher in weiter Entfernung auf die Wiese legte, um es nach Möglichkeit mit dem von oben herabfallenden Pfeil zu treffen.

* Das älteste als Bogen geltende archäologische Fundstück ist mehr als 14.000 Jahre alt. Erinnert ihr euch an Ötzi, die Gletschermumie? Ötzi ist »nur« ca. 5000 Jahre alt, hatte aber auch Bogen und Pfeile dabei.

* Für einen geübten heutigen (visierlosen) Schützen mit durchschnittlichem Bogen ist es möglich, rund 20 Pfeile in der Minute einigermaßen gezielt zu schießen. Dabei muss man sich zwar schon ganz schön beeilen, aber noch nicht zu besonders ungewöhnlichen Techniken greifen.


Sieben Fun Facts über Martha und das Bogenschießen


* Ich wollte als Kind immer Robin Hood sein. Meine Freundinnen und ich haben Stunden als Robin, Little John und Will Scarlett im Wald verbracht. Die Rolle von Lady Marian wollte eigentlich nie eine von uns.

* Ich habe das Bogenschießen vor fast 18 Jahren mit dem olympischen Recurvebogen ohne Visier gelernt, bin aber schon nach einem Jahr auf das visierlose Schießen umgestiegen, weil ich es magischer fand. Der nächste Schritt war dann der Wechsel vom modernen Bogen zum traditionellen Holzbogen.

* Bogenschießen ist die einzige Sportart, für die ich mich jemals so richtig begeistern konnte.

* Für die Bogenklasse, in der man den ursprünglichsten, nur aus einem Stück Holz gefertigten Bogen schießt, gibt es verschiedene Namen: Selfbow, Holzbogen, Historical Bow oder Primitivbogen. Ich habe meine meisten Wettkämpfe in dieser Klasse bestritten. (Und natürlich unter meinem »bürgerlichen« Namen, falls ihr jetzt losziehen wollt, um im Internet nach Ergebnislisten zu suchen.) 2013 bin ich in Ungarn bei der EFAC (European Field Archery Championships) Vize-Europameisterin meiner Bogenklasse geworden, nachdem wir 2012 die Teilnahme an der EBHC (European Bowhunter Championships) in Italien abbrechen mussten, weil der Motor unseres Autos uns auf einem einsamen Parkplatz in den Bergen im Stich gelassen hat. (Ich sehe die schwarze Rauchwolke noch immer vor mir.)

* Ich habe meinen Liebsten beim Bogenschießen kennengelernt und bin jeden Tag dankbar dafür.

* Seit ca. 13 Jahren leide ich unter einem blöden Problem namens »Target Panic« oder »Scheibenpanik«, das dazu führt, dass ich den normalen Bewegungsablauf bei einem Schuss nicht mehr so abspulen kann, wie ich es möchte. Phasenweise hat mich das ziemlich zur Verzweiflung getrieben, dann hatte ich es wieder ganz gut im Griff. Inzwischen habe ich mich damit abgefunden, dass ich dieses Handicap nicht wieder ganz loswerde, und schieße keine größeren Wettkämpfe mehr.

* Beim traditionellen Bogenschießen werden die meisten Turniere auf Tierattrappen ausgetragen. Ich konnte das immer ganz gut, obwohl ich seit meinem 17. Lebensjahr Vegetarierin bin und nie-nie-niemals auf ein lebendiges Tier schießen würde. 


Und noch etwas: Mein Umgang mit Rezensionen

Allen von euch, die für »Die Bogenschützin« oder andere Bücher im Laufe der Jahre Rezensionen geschrieben haben, möchte ich an dieser Stelle wieder einmal herzlich danken. Eure Bewertungen sind wertvoll, denn sie machen Bücher sichtbarer. Und auf Sichtbarkeit sind wir Autorïnnen angewiesen.
Trotzdem reagiere ich selten direkt auf einzelne Rezensionen. Warum?
In der Regel like oder kommentiere ich Rezis nur, wenn die Verfasserïnnen mich persönlich auf sie aufmerksam machen. In dem Fall gehe ich davon aus, dass es euch recht ist. (Zugegeben: Das mit dem Teilen habe ich nicht drauf. Im Feed finde ich es nicht passend, und die Stories sind immer noch nicht wirklich mein Medium. Ich arbeite daran.)
Der Grund dafür ist aber nicht, dass mir eure Gedanken zu meinen Geschichten gleichgültig wären, im Gegenteil: Ich lese alle Kommentare, die ich entdecke, und weiß eure Mühe zu schätzen. Aber ich habe für mich entschieden, dass ich mich als Autorin aus der Bewertung meiner Bücher heraushalten möchte. Eine Rezension ist die Wiedergabe einer persönlichen Leseerfahrung, die sich hauptsächlich an andere Leserïnnen wendet, und ihr habt ein Recht darauf, diese Erfahrung zu beschreiben, ohne dabei daran zu denken, wie euer Urteil auf mich als Urheberin wirkt. Umgekehrt lasse ich mir damit auch die Freiheit, nicht jede Diskussion über mein Buch mitführen zu müssen. Denn im Nachhinein öffentlich zu rechtfertigen, warum ich die Geschichte genau so geschrieben habe, wie ich es tat, empfinde ich als unnötig zermürbend. Ich werde niemals kontrollieren können, wie meine Bücher auf jeden einzelnen Menschen wirken (und möchte das auch nicht). Mich in Diskussionen nicht ungebeten einzumischen, ist deshalb eine Form des Loslassens, die ich für mich wichtig finde.
Was absolut nicht heißen soll, dass ich nicht jederzeit gern Fragen zu meinen Geschichten beantworte, wenn ihr sie mir ausdrücklich stellt. Falls jemand also ehrlich wissen möchte, warum ich etwas so und nicht anders geschrieben habe, werde ich gern versuchen, es zu erklären.

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Montag, 25. Januar 2021

Neuausgabe von "Die Bogenschützin" jetzt als Kindle-E-Book

 

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts in der Mark Brandenburg: 

Die verwaiste Burgherrentochter Hedwig wächst nach dem Verlust ihrer Familie bei einem Einsiedler im Wald auf und wird zu einer ausgezeichneten Bogenschützin. Nach dem Tod ihres Ziehvaters muss sie in die Zivilisation zurückkehren und sich ihren Weg in eine Gesellschaft bahnen, in der eigenständige Frauen wie sie unerwünscht sind. Werden ihre besonderen Fähigkeiten und ihre neugewonnenen Freunde ihr helfen, den letzten Wunsch ihres Ziehvaters zu erfüllen und ihren angestammten Platz als Adlige wieder einzunehmen? Oder muss sie sich verleugnen, um ihr Glück zu finden?


»Bogen und Schleier« war mein Arbeitstitel für »Die Bogenschützin«, was auf den zugrunde liegenden Konflikt des Romans hinweist.
Der Bogen steht für die besonderen, für eine Frau ihrer Zeit untypischen Stärken meiner Heldin Hedwig, die ihr ein Überleben unter widrigen Bedingungen ermöglichen, sie aber gleichzeitig vom Ringen um den Respekt ihres Standes disqualifizieren. Um als vornehme Frau akzeptiert und geschätzt zu werden, müsste sie den Bogen ablegen und sich den als weiblich idealisierten Tugenden widmen, für die der Schleier steht, den adlige Damen stets am Kopfputz trugen.
Keine einfache Entscheidung für meine wilde Hedwig, die an ihrer Eigenständigkeit ebenso hängt wie an der Zuneigung mindestens eines jungen Ritters, der in ihr gern die perfekte Burgdame sehen möchte.
Übrigens hatte ich damals, als der Verlag den Titel »Die Bogenschützin« vorschlug, Bedenken, dass Leserïnnen ihn vielleicht missverstehen und die Geschichte einer Soldatin erwarten könnten, dir ihren Lebensunterhalt durch das Bogenschießen bestreitet. Das scheint aber nur bei wenigen der Fall gewesen zu sein.


Die Idee zur Handlung von »Die Bogenschützin« keimte, als ich bei der Recherche für einen anderen Roman (#salzundasche) auf das Adelsgeschlecht derer von Quitzow stieß. Die Brüder Johann und Dietrich von Quitzow galten zu ihrer Zeit als Raubritter, die ihrem größten Widersacher, dem späteren Kurfürst Friedrich von Brandenburg das Leben enorm schwer machten, bis er sie schließlich doch besiegte und unterwarf. Ich fand es faszinierend, mir vorzustellen, zu was für einer Persönlichkeit sich ein Mädchen aus dieser wilden Familie entwickeln würde, wenn sie fernab von ihrer Verwandtschaft und den strengen Regeln der adligen Gesellschaft aufwachsen würde. Der jungen Waldläuferin einen Bogen in die Hand zu geben, lag natürlich nahe.

(Herzlichen Dank an die Unsplash-Kontributoren Julia Solonina und Bernardo Lorena für die Fotos von der Burg und vom Wald.)

Zu all meinen Romanen findet ihr zusätzliche Informationen auf meiner Webseite. Ich gebe dort einen Überblick über die historischen Hintergründe der Geschichten, beantworte die am häufigsten gestellten Fragen und füge manchmal auch Bildmaterial wie z. B. eine Landkarte bei.
Obwohl ich mir schon vor Wochen vorgenommen habe, die Seite endlich neu aufzusetzen und zu modernisieren, bin ich leider damit noch nicht weit gekommen. Deshalb könnt ihr zur Zeit nur auf der alten Seite stöbern. Aber die Inhalte sind deshalb hoffentlich trotzdem nicht schlechter. Seht doch gern mal bei mir vorbei! www.martha-sophie-marcus.de


Jetzt bei Amazon kaufen. (Auch über Kindle Unlimited ausleihbar!)

Donnerstag, 21. Januar 2021

MSMbooks' E-Book-Neuausgabe von "Die Bogenschützin" jetzt erhältlich

 

Die Bogenschützin

Zu Beginn des 15.Jahrhunderts in der Mark Brandenburg:
Während des Kampfes um die Burg ihres Vaters geht die kleine Tochter des Raubritters Dietrich von Quitzow im Wald verloren, wird dort zuerst von Köhlern aufgenommen, dann von einem geächteten Adligen aufgezogen.
Jahre später macht sie sich allein auf den Weg, um ein Versprechen einzulösen, das sie ihrem sterbenden Ziehvater Richard gegeben hat. Auf der Suche nach dessen Sohn und ihrer eigenen Familie muss sie sich nicht nur mit Bogen und Dolch in der Hand in gefahrvollen Situationen behaupten, sondern sich immer wieder mit den strengen Normen und Verhaltensregeln auseinandersetzen, denen sie als Frau unterworfen ist.
Werden ihre besonderen Fähigkeiten und ihre neugewonnenen Freunde ihr helfen, Richards letzten Wunsch zu erfüllen und ihren angestammten Platz als Adlige wieder einzunehmen? Oder muss sie sich verleugnen, um ihr Glück zu finden? 

Jetzt als E-Book-Neuausgabe von MSMbooks bei Amazon. Auch über Kindle Unlimited ausleihbar!

 




Freitag, 25. September 2020

Neues Cover für "Salz und Asche"

 


Weil die neuen Cover für "Herrin wider Willen" und "Das Gold der Mühle" so gut ankommen, habe ich nun auch meinen in Lüneburg spielenden, 2010 erschienen Roman "Salz und Asche" neu eingekleidet. Die junge Frau auf dem neuen Cover hatte ich damals bei der Arbeit an der Geschichte als Vorbild für die Protagonistin Susanne vor Augen. Sie stammt aus einem Gemälde von Caravaggio und war auch auf der Erstausgabe vom Goldmann Verlag zu sehen.

 



Alle meine unter dem MSMbooks-Label veröffentlichten älteren Romane sind als Kindle-E-Books bei Amazon erhältlich und auch über Kindle Unlimited ausleihbar. (Andere Distributoren lohnen sich für mich zurzeit leider nicht.)
Hier die direkten Links zu Amazon:

Herrin wider Willen
Salz und Asche
Das Gold der Mühle
Der Rabe und die Göttin
Elsternseele und Rabenherz (Kinderbuch)


 

Freitag, 14. August 2020

Neues Cover für "Herrin wider Willen"

 

Vor einer Weile habe ich meiner E-Book-Ausgabe von »Das Gold der Mühle« ein neues Cover spendiert, und es hat sich herausgestellt, dass der Roman nun von mehr Leserïnnen bemerkt wird, was mich sehr freut. Deshalb habe ich mich vor ein paar Tagen hingesetzt und auch für meinen Anfang 2010 erschienenen Debüt-Roman »Herrin wider Willen« noch einmal ein neues Gewand geschneidert. Hier ist es!

 
 


 

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Herrin wider Willen
Salz und Asche
Das Gold der Mühle
Der Rabe und die Göttin
Elsternseele und Rabenherz (Kinderbuch)


Donnerstag, 11. Juni 2020

Meine lieben Lektorinnen und ich


Für all meine Romane hatte ich mindestens zwei Lektorinnen. Zum einen die festangestellte Verlagslektorin, die die Geschichte auch »eingekauft« hat, und zum anderen eine vom Verlag für die eigentliche Arbeit am Text (die Textredaktion) engagierte freie Lektorin. (Das war bei meinen Romanen bisher immer dieselbe Person, weil sich herausgestellt hat, dass wir hervorragend zusammenarbeiten.) Wenn ich mein fertiges Manuskript in die Hände meiner Lektorinnen lege, ist das zwar das wunderbare Ende des umfangreichsten Teils der Arbeit am Buch, aber erst der Anfang der nächsten intensiven Arbeitsphase. Auch meine Lektorinnen geben mir natürlich eine Rückmeldung, wie die Geschichte bei ihnen als Leserinnen ankommt, doch vor allem entscheidet sich jetzt, wie der noch nicht betriebsblinde professionelle Blick auf die Geschichte ausfällt. Das ist jedes Mal wieder aufregend. Gibt es Lücken und Schwächen in der Handlung, die ich nicht bemerkt habe? Überzeugen und interessieren die Figuren und ihr Schicksal überhaupt?
Ganz egal, wie oft ich das nun schon hinter mir habe und wie oft ich schon erfahren durfte, dass es keine massiven Probleme in meinem Text gibt: Ganz sicher fühle ich mich zu diesem Zeitpunkt nie. Und ganz egal, wie viele Bücher ich noch schreiben werde, wahrscheinlich bleibt das so.
Auch wenn meine Lektorinnen keine großen Schwächen im Manuskript finden, hat meine Textredakteurin übrigens noch gut zu tun. Sie spürt jede Ungereimtheit, jeden Tippfehler, jeden überflüssigen Halbsatz auf und versieht das gesamte Manuskript mit Kommentaren für mich, damit ich über Änderungen nachdenken kann. Auch wenn ich dachte, ich hätte schon sorgfältig überarbeitet, kommt jetzt immer noch ein ganzer Sack voll Verbesserungen zusammen. Dieser Feinschliff ist unentbehrlich, um den Text aufs nächste »Level« zu heben.
Meine Lektorin macht das wirklich toll. Sie ist unentbehrlich, bleibt aber dennoch gern unsichtbar.

Doch ausnahmsweise gibt sie uns ein Interview! Hier kommen ihre Antworten. (Nennen wir sie »Anna«.)

Liebe Anna, wie lange arbeitest du schon als Lektorin?
»Mein redaktionelles Handwerkszeug habe ich vor knapp 30 Jahren erlernt. Als Freie Lektorin hauptberuflich selbstständig bin ich jetzt seit 18 Jahren.«
Wie viele Romane hast du schon lektoriert?
»Da hab ich jetzt extra für Dich nachgezählt: Es sind etwas über 130, deutschsprachige Romane ebenso wie Übersetzungen. Mit insgesamt ungefähr 110 Millionen Zeichen und 17 Millionen Wörtern (falls das jemanden interessiert…).«
Magst du ein paar Autorïnnen nennen, mit denen du schon zusammengearbeitet hast?
»Oh, da sind ein paar dabei, die Du möglicherweise auch kennst. Aber in diesem Punkt bin ich sehr verschwiegen …«
Was ist dein körperlicher Ausgleich zu den vielen Stunden Schreibtischarbeit? Und hast du sonst noch ein Hobby?
»Mein größtes Hobby ist, kein Auto zu haben, weswegen ich alle meine Alltagserledigungen zu Fuß oder mit dem Fahrrad mache und mich schon deshalb viel bewege. Aber ohne regelmäßiges Laufen und Radfahren würde mich das viele Sitzen wahrscheinlich in den Wahnsinn treiben. Die besten Lösungen zu kniffligen Textproblemen fallen mir übrigens meistens nach einer Stunde Waldlauf oder dreihundert Höhenmetern Bergaufradeln ein. Ansonsten beschäftige ich mich gerne mit Saxophon spielen, Schokolade essen – und … äh… mit Lesen…«
Schaffst du es noch, auch zum Vergnügen zu lesen?
»Lesen ist für mich IMMER Vergnügen! Vor allem bei so tollen Autorinnen wie Dir. :-) Aber, ja: Ich lese, seit mein Hirn die Bedeutung aneinandergereihter Buchstaben kennt, praktisch dauernd – ob mit oder ohne Stift in der Hand. Ohne Buch oder Zeitschrift in der Tasche geh ich gar nicht aus dem Haus. (Außer zum Sport natürlich.)«
Wie viele Bücher hast Du denn in Deiner Wohnung stehen?
»Private und berufliche zusammengezählt, dürften es hochgerechnet an die drei- bis viertausend sein. Reiseführer und Kochbücher nicht mitgerechnet. Ich muss bald anbauen – oder umziehen…«



Danke für das Interview! Und danke für das nette Kompliment, liebe Anna!

Freitag, 29. Mai 2020

Marthas Recherche im Mai


Wenn man sich heute mit der Lage der Frauen im Deutschland des 19. Jh. beschäftigt, stößt man bald auf den Namen Louise Otto-Peters (1819- 1895). Sie wurde mit 16 Jahren Vollwaise und bewohnte anschließend das elterliche Haus in Meißen mit ihren zwei älteren Schwestern und ihrer Tante zusammen. Unter dem Pseudonym »Otto Stern« schrieb und veröffentlichte sie schon früh sozialkritische Texte, in denen sie sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Arbeitern und besonders auch für die Rechte der Arbeiterfrauen einsetzte. Ihr Engagement weitete sich aus, und 1865 gründete sie schließlich mit einigen anderen starken Frauen zusammen den Allgemeinen Deutschen Frauenverein (ADF). Der Verein wirkte maßgeblich daran mit, dass nach langen, beharrlichen Kämpfen in Deutschland das Frauenwahlrecht eingeführt wurde.
Auf dem Bild seht ihr noch einige andere frühe Aktivistinnen der Frauenbewegung: Neben Louise Otto-Peters auch Marie Loeper-Housselle, Luise Büchner, Mathilde Weber, Auguste Schmidt, Bertha von Marenholtz-Bülow, Henriette Goldschmidt, Helene Lange, Lina Morgenstern, Marie Calm und Anna Schepeler-Lette. (Mein heutiger Beitrag zu: Vergesst nicht diejenigen, auf deren Schultern wir stehen)


Wer sich weitergehend mit der Geschichte des Frauenwahlrechts in Deutschland beschäftigen möchte, dem empfehle ich folgendes Buch: "Frauenwahlrecht. Demokratisierung der Demokratie in Deutschland und Europa" herausgegeben von Hedwig Richter und Kerstin Wolff. Es ist zur Zeit auch als günstige Sonderausgabe von der Bundeszentrale für politische Bildung erhältlich.

 

Mittwoch, 13. Mai 2020

Nach dem Nachwort ...


Mein Nachwort zum neuen Roman ist fertig, und auch das Glossar ist vorbereitet.
Obwohl ich mich beim Schreiben meiner Romane bemühe, sparsam mit sperrigen Wörtern umzugehen, gibt es doch immer einige ungewöhnlicher Begriffe, die ich ganz bewusst aufnehme. Denn Sprache spielt eine Rolle, wenn eine Epoche oder ein Handlungsort im historischen Roman plastisch dargestellt werden soll. Zwar kann man Romanfiguren nicht ganz so sprechen lassen, wie sie es damals wirklich getan hätten, weil wir sie sonst kaum verstehen würden, aber ohne ein paar Andeutungen würde dem Gesamtbild etwas fehlen. Die deutsche Sprache wurde im Laufe der Jahrhunderte stark durch internationale Einflüsse geprägt und immer wieder verändert. So ist z. B. das Mittelalter nicht ohne Latein vorstellbar, die Barockzeit nicht ohne Italienisch und Französisch, die Zeit der Industrialisierung nicht ohne Englisch. Und unsere alten Dialekte, die sich regional immens unterschieden und noch immer unterscheiden, waren in der Vergangenheit überall viel häufiger zu hören und haben sich in einzelnen Begriffen ebenfalls dem »Hochdeutschen« eingeprägt. Außerdem sind da auch noch die Bezeichnungen für Gegenstände, Berufe oder Umstände, die es heute so gar nicht mehr oder nur selten gibt. Wer weiß heute schon noch, was »Diechlinge« sind? Im Mittelalter wussten hingegen wahrscheinlich die meisten Leute, dass damit der Beinschutz der Ritterrüstung gemeint ist.



Zu Nachwort und Glossar gesellt sich dann noch die Liste der im Roman auftretenden Personen.
Ich schreibe mein Manuskript mit Scrivener, wo ich ohne viel Aufwand ein Dokument im selben Projekt anlegen kann, das ich »Weitere Personen« nenne. Jedes Mal, wenn ich in der entstehenden Geschichte eine Person einführe, die ich nicht von Anfang an geplant hatte, kopiere ich ihren Namen sofort in dieses Dokument und schreibe einen kurzen Kommentar dazu, um wen es sich handelt. So finde ich später auch die Namen von »Statisten« mühelos wieder, wenn ich sie noch einmal brauche, ohne lange im Text danach suchen zu müssen. Und am Ende habe ich schon eine schöne Grundlage für die Personenliste, die dann auch im Buch abgedruckt wird. Auf dieser Liste steht allerdings nicht jede Figur, die vielleicht irgendwo in einem Halbsatz erwähnt wurde. Wenn es bei einem einzelnen, wenig bedeutenden Auftritt geblieben ist, taucht sie auf der Liste nicht auf, und in der Regel vermisst sie da auch niemand.
Ganz ohne Tücken ist das Anlegen der Personenliste übrigens nicht. Wenn man nicht aufpasst, kann man nichtsahnenden Leserïnnen ziemlich den Spaß verderben. Wer gleich zu Anfang in der Liste die Namen der fünf gemeinsamen Kinder zweier Personen liest, wird sich nämlich z. B. nicht mehr die eigentlich spannende Frage stellen, ob aus diesen beiden Personen ein Paar wird.

Mittwoch, 29. April 2020

Nach dem Ende der Geschichte kommt ...



Während mein Manuskript aufs Lektorat wartet, sammle ich meine Gedanken, um das Nachwort des Romans zu schreiben. Das hebe ich mir immer bis nach der Manuskriptabgabe auf, weil etwas Abstand zur Geschichte mir dabei hilft, mich aufs Wesentliche zu beschränken.
Ich versuche dabei, zu erraten, welche Fragen sich den Leserïnnen zu den geschichtlichen Hintergründen der Handlung stellen könnten, auf die der Roman keine ausführlichen Antworten liefert. Manchmal gibt mir dazu meine Lektorin auch noch den einen oder anderen Tipp. Außerdem überlege ich, ob mir bei der Recherche etwas auffiel oder mich besonders beschäftigt hat, was ich dann im Text nicht unterbringen konnte, weil es den Handlungsfluss gestört hätte. Im historischen Roman ist es ja oft so, dass geschichtliche Einzelheiten und Zusammenhänge, die für mich und die besonders geschichtsinteressierten Leserïnnen spannend sind, andere möglicherweise eher langweilen. Deshalb wäge ich beim Schreiben ständig ab, was ich in der Geschichte mindestens miterzählen und was ich weglassen muss. Das Nachwort bietet mir die Chance, einige Punkte dann doch noch zumindest kurz zu erwähnen, die im Roman keinen Raum gefunden haben. Und natürlich kläre ich hier auch darüber auf, ob ich mir bei der Darstellung wichtiger Fakten künstlerische Freiheiten genommen habe.

Einige dieser zusätzlichen Informationen zu meinen Romanen findet ihr übrigens auch auf meiner Webseite beim jeweiligen Titel unter "Mehr zum Buch".

Sonntag, 19. April 2020

Marthas Lesejournal: Mein Leseleben. Jetzt als Download



Listen zu führen, kann ein großer Spaß sein. Und wenn man sich gelegentlich ein paar Fragen zu den Büchern stellt, die man im Laufe des Lebens gelesen hat, kann man so manche schöne Lese-Erinnerung wieder aufleben lassen und außerdem eine Menge über sich selbst lernen.
Ich habe dieses Lesejournal gestaltet, um es mit euch anderen Leseratten, Bücherwürmern, Bookaholics und Buchnerds zu teilen.
Meine Idee: Ich zeige euch auf Instagram ein bisschen von dem, was ich in mein Journal schreibe, und wenn ihr Lust habt, könnt ihr unter #marthaslesejournal&ich auf Instagram posten, was ihr so alles hineinschreibt. Ich könnte mir vorstellen, dass daraus ein schöner Austausch entsteht.
Um mitzumachen, könnt ihr euch die Seiten ausdrucken, per Hand ausfüllen und dann fotografieren und das Foto posten. Oder ihr macht von den gewünschten Seiten des Pdf einen Screenshot und füllt sie mit einer Bildbearbeitungssoftware aus. Oder ihr zeigt nur ein Bild von der leeren Seite und schreibt den Inhalt in den Text des Postings. Oder euch fällt noch eine andere Möglichkeit ein.
Das Thema wählt ihr einfach nach Lust und Laune. Ich werde regelmäßig meine eigenen Listen posten und auch ganz spontan entscheiden, was mich gerade am meisten reizt.
Ich habe das Journal nicht entworfen, um damit Geld zu verdienen, würde mich aber freuen, wenn ich wenigstens so viel wieder hereinbekäme, dass die Lizenz für die hübschen Illustrationen der Grafikerin Irina Skaska bezahlt wäre. Deshalb biete ich das Journal als Download über Etsy an. Allerdings lasse ich euch die Wahl, ob ihr es dort kauft und mir auf diese Weise etwas dafür »spendet«. Wer sich das nicht leisten kann, darf die Pdf-Datei gratis von meiner Webseite herunterladen.
Nicht erlaubt ist allerdings, die Datei auf eigene Faust weiter zu verteilen oder gar zu verkaufen. Das wäre ein Bruch des Urheberrechts, den ich gegebenenfalls verfolgen würde. Wenn ihr jemanden kennt, der das Journal haben möchte, verweist ihn bitte auf meine Webseite.
Das Format der Seiten ist so gewählt, dass ihr das gesamte Journal im Broschürendruck beidseitig ausdrucken, die Seiten in der Mitte zerschneiden und in einem Din A 5 Ordner abheften könntet. Die Seitenzahlen und das Inhaltsverzeichnis könnt ihr selbst eintragen, falls ihr für einige der Listen mehr Seiten braucht als vorgegeben. (Die druckt ihr euch dann einfach mehrfach aus.)
Egal, ob ihr bei der #marthaslesejournal&ich - Aktion mitmacht oder nicht: Ich wünsche euch viel Spaß mit dem Journal.
Herzliche Grüße, eure
 Martha Sophie Marcus

(Autorin von: Herrin wider Willen, Salz und Asche, Die Bogenschützin, Der Rabe und die Göttin, Das Gold der Mühle, Herrin des Nordens, Das blaue Medaillon, Das Mätressenspiel, Lady Annes Geheimnis, Kaffeeklatsch mit Goldfisch und Elsternseele und Rabenherz.)
www.martha-sophie-marcus.de









Samstag, 11. April 2020

Frohe Ostern!



Für mich ist die gute Nachricht von Verlag nicht mehr ganz so neu, aber weil sie noch nicht endgültig bestätigt war, hatte ich die Freude darüber aufgeschoben. Doch nun ist es bestätigt: Aus dem sehr (sehr) langen Manuskript, an dem ich so sehr (sehr) lange gearbeitet habe, soll nicht nur ein einziges Buch werden. Sondern zwei.
Und vor einer Stunde habe ich das gesamte Werk abgegeben. Die Geschichte ist erzählt. (Stellt euch lauten Jubel vor.) Fertig sind die beiden Bücher damit natürlich noch lange nicht, aber ich habe jetzt erst einmal Pause. Und die habe ich ganz ehrlich nötig. Ich weiß gerade gar nicht, ob ich heulen oder lachen soll, vor Freude und Erleichterung darüber, dass ich es wieder einmal geschafft habe. Und dass ich mir zu Ostern einfach ein paar Tage frei nehmen kann. Ohne eine unerledigte Arbeit mit drohender Deadline im Hinterkopf. Kann mich nicht daran erinnern, wann ich das zuletzt hatte.
Ich gehe dann mal all die herrlichen Romane aus meinem SUB ziehen, die ich endlich lesen werde ... Habt noch eine schöne Vorosterwoche!

Freitag, 28. Februar 2020

Auf in die nächste Phase



Anfang der Woche habe ich die letzte von meinen handschriftlichen Manuskriptseiten ins digitale Manuskript überführt. Will sagen: Ich bin fertig mit dem Abtippen/Diktieren. Fix und fertig. Jetzt (bin gerade vom Zahnarzt zurück, poste dies und dann …) starte ich mit der Überarbeitung der gesamten Geschichte. Das bedeutet, ich suche und beseitige Logikfehler, Widersprüche und überflüssige Wiederholungen, arbeite wichtige Details schärfer heraus, streiche unwichtige, straffe Szenen, die zu langsam ablaufen, führe andere länger aus, die sich zu lückenhaft oder abgehackt lesen. Und natürlich schleife ich dabei auch sprachlich noch einmal alles, bis es hoffentlich nirgends mehr hakt.
Und weil ich es versprochen hatte, verrate ich es euch jetzt: In den vergangenen 12 Arbeitstagen habe ich 678 Seiten abgetippt/diktiert. Das sind bei meiner Handschrift etwa 340 getippte Normseiten. (Nein, das ist nicht das ganze Buch. Die Geschichte ist länger. Den Rest hatte ich vorher schon getippt.) Hatte ich schon mal erwähnt, dass man die Phase der Manuskriptüberarbeitung so nennt, weil die Autorïnnen zu dieser Zeit in der Regel völlig überarbeitet sind?

Ich wünsche euch einen fabelhaften Start in die Frühlingszeit!
Alles Liebe,
Martha

Samstag, 25. Januar 2020

Das verlorene Königreich Hannover



Das »Königreich Hannover« entstand erst relativ spät, als im Jahr 1814 das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg mit seiner Residenzstadt Hannover diesen neuen Status erhielt. (Das geschah auf dem Wiener Kongress.) Schon seit 1714 war der Kurfürst von Hannover (Braunschweig-Lüneburg) gleichzeitig König des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland, wie mindestens alle Leserinnen von »Lady Annes Geheimnis« natürlich wissen. 😉 Das war die berühmte »Personalunion«, die 1837 aus erbrechtlichen Gründen endete. Der erste König beider Königreiche war Georg III., der letzte war Wilhelm IV.
Der letzte König von Hannover war dann Georg V., der 1866 ins Exil gehen musste, als Hannover an der Seite von Österreich im Krieg gegen Preußen unterlag. Das Land Hannover wurde anschließend vom eigenständigen Königreich zur preußischen Provinz.
Auf dem Bild seht ihr die Gemahlin des letzten Königs, Königin Marie, mit ihrer Tochter Mary. Das Gemälde soll die beiden auf Schloss Marienburg zeigen, das Georg für Marie erbauen ließ. Das Schloss wurde allerdings erst vollendet, als das Königreich bereits keines mehr war. Marie bewohnte es nur kurze Zeit, bevor sie ihrem Ehemann ins Exil nach Österreich folgte.
Die Romanszene, die ich gestern geschrieben habe, spielt 1866 in Hannover. Mit dem König oder sonstigem Adel hat meine Geschichte dieses Mal aber wenig zu tun. Ich habe mich für den neuen Roman wieder anderen Milieus zugewandt.
Und, ja, man glaubt es kaum, die allerletzten Szenen stehen bevor ...

Mittwoch, 15. Januar 2020

Das Lindener Schloss




Im 19. Jahrhundert gab es in Hannover-Linden ein prächtiges Schloss. Erbaut wurde es nicht, wie der heutige Name des umliegenden Parks und seines letzten Eigentümers vermuten ließe, von der Familie von Alten, sondern 1698 bis 1702 vom Grafen von Platen. Das war derselbe Graf, dessen Ehefrau Clara als Mätresse des Kurfürsten eine bedeutende Rolle in meinem Roman „Das Mätressenspiel“ spielt.
Das Schloss wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bomben vollständig zerstört. Heute gibt es an der Stelle, wo es stand, enttäuschenderweise nur noch den Von-Alten-Park, wo kaum mehr als eine Steinbalustrade an das Gebäude erinnert. In Hannover und Linden war der Grad der Zerstörung insgesamt sehr hoch, was es heute besonders schwierig macht, sich das frühere Stadtbild vorzustellen, wenn man vor Ort ist.
Für die Figuren des Romans, an dem ich gerade arbeite, gehört der Anblick des Schlosses der Familie von Alten allerdings ebenso zum Alltag wie die ersten hohen Industrieschornsteine der neuen Fabriken. 


Das Mätressenspiel

Montag, 13. Januar 2020

Work in Progress



Über keinem anderen meiner Romane habe ich so viel gebrütet wie über dem, den ich gerade schreibe. Er müsste eigentlich längst fertig sein, und gefühlt bin ich seit einer halben Ewigkeit auf der Zielgeraden. Aber es fehlt immer noch ein Stück. Und dann kommt erst die Überarbeitung, bei der ich wahrscheinlich ganz viel von dem geschriebenen Text wieder verwerfe. (Seufz 😶🙂‚) Ich wünschte, ich könnte es beschleunigen. Aber wenn man Geschichten beim Erzählen nicht die Zeit lässt, die sie brauchen, raubt man ihnen die Magie. Und das kann ich wirklich nicht verantworten. 😉
Es wird also noch eine Weile dauern, bis mein neuer Roman erscheint. Umso mehr freue ich mich dann, wenn es so weit ist. Und ich hoffe, das werdet ihr auch.
Liebe Grüße,
Martha

Donnerstag, 9. Januar 2020

Damals in Hannover-Linden




Während meiner Studienzeit war das ehemalige Arbeiterviertel Hannover-Linden eine der begehrtesten Wohngegenden für Studentïnnen: viele WG-geeignete, etwas schäbige und daher nicht zu teure Altbauwohnungen, kleine Lebensmittelläden, Cafés, Kneipen, Kioske und Räume für alternative Kultur an jeder Ecke, brodelndes Leben und dabei doch eine gewisse Gemütlichkeit. Und zu den verschiedenen Uni-Standorten war es mit dem Rad nicht allzu weit. Ich fand Linden damals toll, aber mit seiner Geschichte habe ich mich erst viel später befasst.
Noch bis 1920 war Linden offiziell kein Teil der Stadt Hannover, sondern ein eigenes Dorf mit einem besonderen Charakter. Es ist von Hannover durch den Fluss Ihme getrennt, über den es bis 1872 im Stadtgebiet nur eine einzige Brücke gab. Anfang des 19. Jahrhunderts galt Linden als »das schönste Dorf des Königreichs Hannover«, doch in nur rund vierzig Jahren, etwa zwischen 1830 und 1870, wurde aus dem schönen Dorf der größte Industriestandort des Königreichs.
In der Zeit dieser rasanten Entwicklung spielt die Geschichte, die ich gerade schreibe.

Donnerstag, 2. Januar 2020

Sonntag, 22. Dezember 2019

Samstag, 30. November 2019

Frauen-Literatur



In meiner Schulzeit und später, als ich in den 90er Jahren in Hannover Germanistik studiert habe, spielte das Internet als Informationsquelle noch keine Rolle.
Lächerlich klein war auch die Rolle, die von Frauen geschriebene Literatur im Lektürekanon der Schule und im Lehrangebot der Uni spielte. Hätte ich nicht hier und da schwach sichtbare Hinweise darauf entdeckt, dass diese Literatur existierte, hätte ich zu dem Schluss kommen können, dass tatsächlich in Vergangenheit und Gegenwart Männer durchgängig viel mehr und viel besser geschrieben haben.
Heute ist es leicht, sich vom Gegenteil zu überzeugen – damals war es das nicht. (Und soo lange ist das wirklich noch nicht her!) Mühsam habe ich aus feministischen Lektürelisten, Verlagsvorschauen und Bibliothekskatalogen Bücher herausgefiltert, die sich mit Literatur von Frauen beschäftigen, um überhaupt erst einmal Anhaltspunkte und dann einen groben Überblick zu gewinnen, welche nennenswerten Autorinnen es gegeben hatte und noch gab.
Ich bin froh, dass das heute nicht mehr nötig ist. Ein Besuch im Internet genügt, um einen Reichtum an Information über Literatur jeglicher Herkunft zu finden. Das ist großartig und sollte eigentlich jeden Tag gefeiert werden.
Auf das Thema komme ich übrigens jetzt gerade zu sprechen, weil seit einer Weile in der Social-Media-Welt eine Welle umläuft, in der Leute unter dem Hashtag #autorinnenschuber auf empfehlenswerte Bücher von Frauen hinweisen. Der Anlass dafür war blöd, weil sich mal wieder ein Verlag unachtsam verhalten hat, aber darauf möchte ich hier nicht weiter eingehen. Die Aktion mit dem Hashtag ist als Antwort darauf jedenfalls super, und ich empfehle euch, unbedingt mal z.B. auf Instagram ein bisschen unter #autorinnenschuber zu stöbern. Da findet ihr bestimmt tolle Bereicherungen für euren Lesestapel.
Eins noch zum Schluss: Wenn mir Leute sagen, dass sie »Frauen-Literatur« nicht lesen, weil [beliebigen abwertenden Grund einsetzen], dann kommen meine Augen schmerzhaft ins Rollen. Sogar das Genre »Frauen-Literatur«, das von Verlagen aus Verkaufserwägungen so gestylt wird, als würde es sich ausschließlich an eine rätselhafte (besonders bücherkaufbereite) Zielgruppe irgendwie gleichgeschalteter Frauen wenden, spiegelt unter dem Cover die gesamte Bandbreite der Literatur. »Frauen-Literatur« ist einfach Literatur und macht in ihrer Vielfalt ganz verschiedene Menschen glücklich.
Ich wünsche euch noch ein schönes Wochenende und geh’ dann mal schnell den Wocheneinkauf machen, damit ich anschließen in Ruhe lesen kann. 😏

Montag, 28. Oktober 2019

"Das Gold der Mühle" jetzt als E-Book-Neuausgabe

 

Das Gold der Mühle

1372 im Lüneburger Land, wo ein brutaler Erbfolgekrieg tobt:
Die 36-jährige Witwe Brida findet den verletzten Ritter Ulrich am Wegesrand. Kurzentschlossen nimmt sie ihn bei sich auf und pflegt ihn gesund. Von ihr unbemerkt verliebt ihre 16-jährige Tochter Ann Durt sich in den jungen Mann. Als er wieder aufbricht, schließt sie sich ihm heimlich an.
Besorgt um ihre Tochter folgt Brida ihrer Spur durch die Wirren des Krieges, um sie zurückzuholen. Aber die beiden jungen Leute bleiben ihr immer einen Schritt voraus -- bis Brida den faszinierenden Abenteurer Brose trifft, zwischen die Fronten der Kriegsparteien gerät und bald um wesentlich mehr fürchten muss als nur um eine ihrer Töchter.

Jetzt bei Amazon und den Shops der Tolino-Allianz.






Was ist der historische Hintergrund zu "Das Gold der Mühle"?

Die Geschichte beginnt im Jahr 1372.
Mitte des 14. Jahrhunderts herrscht der welfische Herzog Magnus Torquatus im Lüneburger Land. Er besetzt diese Position nicht nur gegen den Willen seines sächsischen Konkurrenten Albrecht aus dem Haus der Askanier und gegen den von Kaiser Karl IV. Auch sein eigener Vater will ihn nicht als Erben, sondern droht ihm mit dem Henkersseil. Magnus' Stolz, Mut und Skrupellosigkeit stürzen das Land und die Stadt Lüneburg in jahrzehntelange kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den Häusern der Welfen und Askanier.
1371 lenkt Magnus seine Wut gegen die Stadt Lüneburg, besetzt die dortige Kalkbergburg und richtet deren Waffen gegen die Einwohner. Die Lüneburger setzen sich mit einem listigen Gegenstreich zur Wehr und besiegen Magnus' Gefolgschaft in der legendären St. Ursulanacht. Doch dieser Triumph der Bürger über die Ritter leitet eine Zeit noch erbitterterer Streitigkeiten ein, unter denen das ganze Land Braunschweig-Lüneburg (etwa das heutige Niedersachsen) jahrelang leidet.


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