Was erfährt man hier?

Neuigkeiten rund um meine Romane und Antworten auf Fragen, die mir häufig gestellt werden.

Montag, 2. Juli 2018

Die Herrenhäuser Gärten

 "Das Mätressenspiel" erzählt auch ein wenig von der Entstehungsgeschichte der weltberühmten Herrenhäuser Barockgärten in Hannover. Am letzten Wochenende habe ich der wunderschönen Parkanlage mal wieder einen Besuch abgestattet. Hier ein paar Bilder.

Blick vom Schloss bzw. der begehbaren Kaskade auf das "Parterre"


Die begehbare Kaskade. Heute plätschert sie jederzeit,
im 17. Jahrhundert war das noch nicht so selbstverständlich


Blick vom Garten aus auf das Schloss



Die Probleme eines Irrgartengärtners ...

Um 2000 gestaltete die Künstlerin Niki de Saint Phalle die zum Garten
 gehörende "Grotte" neu (und sehr farbenprächtig)

Das Denkmal für Herzogin/Kurfürstin Sophie, die Mitschöpferin der Gartenanlage


Herzogin Sophie war eine äußerst gebildete Frau

Die berühmte Herrenhäuser Gartenbühne

Die Orangerie mit ihren Orangen- und Zitronenbäumchen

Freitag, 29. Juni 2018

Das Mätressenspiel: Jetzt im Handel





Heute ist der offizielle Erscheinungstermin von "Das Mätressenspiel", und endlich kamen auch meine Belegexemplare an.

Inzwischen haben schon viele der Vorableserinnen dem Buch und mir wunderbar liebevolle und sorgfältige,  Rezensionen geschrieben, die ihr unter anderem hier auf der Seite des Lübbe Verlags/der Lesejury nachlesen könnt. Danke für eure Mühe und euer Lob, liebe Leserundenteilnehmerinnen!


An dieser Stelle möchte ich einmal allen RezensentInnen von Herzen danken, die sich schon die Mühe gemacht haben oder sich noch die Mühe machen werden, einem meiner Bücher (oder auch denen anderer AutorInnen) ein Zeugnis zu schreiben! Ihr helft auf diese Weise dabei, Bücher auch für andere LeserInnen sichtbar zu machen. Das ist für uns von der schreibenden Zunft sehr wichtig.



Mittwoch, 27. Juni 2018

Fragen an die Autorin

Die Vorableserunde zu "Das Mätressenspiel" ist nun zu Ende. Der Austausch mit den vielen netten Teilnehmerinnen hat mir viel Freude gemacht, und nun darf ich mich weiter darüber freuen, wie sorgfältig und liebevoll sie ihre Rezensionen verfassen. Wer neugierig ist, kann sie hier auf der Seite des Lübbe Verlags/der Lesejury nachlesen.
Die Fragen, die die Leserundenteilnehmerinnen mir gestellt haben, und meine Antworten darauf, trage ich hier noch einmal für euch zusammen.


Ich bin die Tochter einer leidenschaftlichen Gärtnerin. Meine Mutter lebt nun leider schon seit über zehn Jahren nicht mehr, aber in meinen Erinnerungen sehe ich sie meistens im Garten oder zumindest draußen in der Natur. Ohne den Beruf der Gärtnerin erlernt zu haben, hatte sie sich ein gewaltiges Wissen zu jedem Bereich der Gartengestaltung angeeignet – sei es zu exotischen Zierpflanzen, dem Gemüsenutzgarten, die Obstbaumpflege oder auch der ökologischen Pflanzenvergesellschaftung. Und dieses Wissen hat sie unermüdlich umgesetzt. Dabei folgte sie übrigens den Fußstapfen ihrer Eltern, denn auch meine Großeltern liebten ihren eigenen riesigen Garten.
Schon meine Kindheit war daher vom Gartenthema geprägt, und ich empfinde das als wunderbare Erinnerung. Während ich im Garten spielte, war meine Mutter dort mit Spaten, Hacke oder Schere beschäftigt und kam gelegentlich zu mir (und den Schildkröten) herüber, um uns mit gerade reif gewordenen Erdbeeren oder Tomaten zu füttern.
Ich war vielleicht zehn Jahre alt, als meine Mutter und meine Oma mit meiner Schwester und mir zum ersten Mal nach Hannover in die Herrenhäuser Gärten fuhren. Und ganz gleich, ob einem die sehr spezielle, strenge Barock-Gartenkunst persönlich liegt oder nicht – der Faszination eines gepflegten Barockgartens kann sich wohl kaum jemand entziehen. Ich war jedenfalls schon damals gebannt davon, wie in diesem Park eine Art prunkvolles lebendes Gemälde aus Pflanzen geschaffen und erhalten wurde.
Es folgte noch einige Besuche dort mit meiner Familie, bei denen mir dann irgendwann auch die Statue von Herzogin Sophie, der maßgeblichen Schöpferin der Anlage, auffiel. Während des Studiums lag nicht nur eines meiner Vorlesungsgebäude an den Herrenhäuser Gärten, sondern auch mein Weg in die Stadt führte direkt dort vorbei. Und weil der Eintritt damals frei war, saß ich oft mit einem Buch in einem der ruhigen Winkel der Anlage. Dass ich später, als ich mich aus einer anderen Recherche-Richtung der Geschichte des Herzoghauses von Hannover näherte, wieder auf diesen Garten zurückkam, lag nahe.
Meinen eigenen Garten liebe ich übrigens auch sehr. Da ich aber niemals genug Zeit hätte, um so viel aus ihm zu machen, wie meine Mutter oder meine Oma es getan hätten, lasse ich ihn weitgehend wild wachsen und genieße einfach alles, was freiwillig gedeiht.


Wie lange schreibe ich schon?
Ich schreibe, seit ich es in der Grundschule gelernt habe. In den ersten zwanzig Jahren habe ich mich dabei auf Kurztexte und ausufernde Tagebücher beschränkt und nur äußerst selten jemandem etwas davon gezeigt. Bis zum Ende meines Studiums hatte ich nie die Absicht, professionell zu veröffentlichen, obwohl ich mich immer mit Literatur, Sprache und dem Schreibprozess auseinandergesetzt und extrem viel gelesen habe. Während des Studiums (Germanistik/Literaturwissenschaft, Soziologie und Pädagogik) dachte ich noch, ich würde auf der »Verwerterseite« enden und einen Job in der Verlagsbranche annehmen, was meine Sterne dann anders entschieden.

Wann stand für mich fest, dass ich ein Buch schreiben will?
Schon im Studium habe ich davon geträumt, eines Tages einen Roman zu schreiben, doch die Richtung war mir noch völlig unklar. Nach dem Studium hatte ich dann erst mal ein paar Jahre mit meinen kleinen Kindern zu tun, und für geistig-schöpferische Arbeit gab es wenig Gelegenheit. Gelesen habe ich in dieser Zeit aber auch sehr viel. Und irgendwann brauchten die Kinder dann meine Aufmerksamkeit weniger. Ich sah meine Chance, hatte inzwischen herausgefunden, welche Art von Belletristik mir am meisten liegt, und schrieb meinen ersten Roman. Den ich übrigens aus guten Gründen nie zur Veröffentlichung angeboten habe. Dann schrieb ich den zweiten, für den dasselbe gilt. Erst danach hatte ich den Bogen heraus und schrieb den dritten (»Der Rabe und die Göttin«), für den sich kein Verlag fand, weil das Thema angeblich nicht verkäuflich war. (Später wurde er doch noch veröffentlicht und hat sich ausgezeichnet verkauft.) Mein vierter Roman (»Herrin wider Willen«) war der erste, der veröffentlicht wurde. Was ich damit sagen möchte: Schreiben ist toll, lass dir den Spaß daran niemals nehmen. Auf eine Veröffentlichung hinzuarbeiten, erfordert hingegen eine Menge Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen.

Wie finde ich die Motivation zum Schreiben?
Meine Motivation liegt vor allem in den Themen und Personen meiner Geschichten. Wenn ich am Anfang der Planungsphase überzeugende Figuren geschaffen habe, die authentisch wirkende Hindernisse überwinden müssen, bin ich selbst gespannt darauf, wie es mit ihnen weitergeht und wie es mir gelingen wird, das zu erzählen. Im historischen Roman kommt hinzu, dass ich mein eigenes Interesse für eine Epoche oder ein geschichtliches Thema in eine Form gießen möchte, die auch für andere interessant und unterhaltsam ist, die sich sonst nicht viel mit Geschichte beschäftigen. Jedes Mal, wenn ich bei meinen Recherchen auf etwas stoße, was mein Interesse weckt, überlege ich gleich, wie sich das in einem Roman darstellen ließe.
Trotzdem gab es bisher bei jedem meiner Romane im Laufe der langen Zeit (etwa ein Jahr), die ich daran arbeite, Motivationsflauten. Da brauche ich dann etwas, ohne das man als Berufsautorin nicht existieren kann: eiserne Disziplin, die mich trotzdem jeden Morgen an den Schreibtisch zwingt.
Wenn es dir mit der Frage eher darum ging, wie du als noch experimentierende Autorin Themen und Anlässe zum Schreiben findest, dann rate ich dir, zu einem Buch mit Schreibanregungen zu greifen.


Ich habe schon als Jugendliche nicht nur aktuelle Bücher gelesen, sondern auch alte und sehr alte, und im Studium setzte sich das fort. Wenn ich für eine bestimmte Zeit recherchiere, stoße ich außerdem häufig auf Quelltexte wie Briefe, Tagebücher und Urkunden, aus denen sich zumindest die Schriftsprache der Epoche entnehmen lässt. Für »Das Mätressenspiel« habe ich unter anderem die »Briefe der Herzogin von Orléans. Lieselotte von der Pfalz« gelesen, von denen sich viele an ihre Tante Herzogin Sophie richten, und die Memoiren der Herzogin selbst. (»Memoiren 1639-1680. Sophie von Hannover«).
Nun ist es allerdings trotzdem nicht so, dass die Sprache im Roman wirklich der entspricht, die damals gesprochen wurde, denn die wäre für moderne LeserInnen eine Zumutung. Sogar das damalige Deutsch würden wir kaum noch verstehen, geschweige denn das alte Französisch oder zum Teil gar noch Latein, das im höfischen Umfeld oft die Umgangssprache war. Ich muss als Autorin also eine neue Sprache erfinden, die dennoch die alte widerspiegelt. Wenn mir das gelungen ist, freut es mich sehr.


Oh, ja, ich lese mit Begeisterung kreuz und quer. Nur Krimis mag ich nicht besonders, da lasse ich mich nur auf besondere Empfehlungen ein. Aber mit Fantasy zum Beispiel kann ich mich wunderbar entspannen, und ich würde unheimlich gern eines Tages noch einmal etwas in diesem Genre schreiben.
Es gibt wahnsinnig viele Bücher, die ich liebe – unmöglich, sie hier alle aufzuzählen. Aber am häufigsten wiedergelesen habe ich Twains Tom Sawyer, Lindgrens Die Brüder Löwenherz, Tolkiens Der Herr der Ringe & Der kleine Hobbit, Irvings Das Hotel New Hampshire, Harper Lees To kill a Mockingbird, Sara Donatis Im Herzen der Wildnis (im Englischen eine mehrbändige historische Saga, die leider nie vollständig übersetzt wurde, so weit ich weiß), Penelope Williamsons Westwärts, Niffeneggers Die Frau des Zeitreisenden, Diana Wynne Jones’ Chrestomanci-Geschichten, die Romane von George Eliot, Jane Austen und den Brontë-Schwestern … Wow, sogar das werden zu viele zum Aufzählen.
Mein Suchtmittel ist Tee. (Was für ein Glück, denn der gesundheitliche Schaden von Teekonsum hält sich in Grenzen ;-) ) Ich trinke am Tag literweise meist grünen Tee. Auf meinem Schreibtisch steht buchstäblich immer eine Thermoskanne Tee, und der Griff zur Tasse ist eindeutig eine Suchthandlung, die nichts mit Durst zu tun hat. Neuen Tee kochen zu müssen ist eine typische und immer willkommene Unterbrechung der Arbeit.
Eine zweite Sucht ist Stille. Ich brauche bei der Arbeit Ruhe. Zur Not setze ich sogar einen Gehörschutz auf, wenn zu viele Nachbarn ihre höllischen Gartenmaschinen in Betrieb nehmen.
Ach ja, und gegen Schokolade habe ich auch überhaupt nichts einzuwenden. Die brauche ich nicht ständig, aber gerade bei der Textüberarbeitung, dem Druckfahnenlesen und der Steuererklärung ist sie ein wertvolles Hilfsmittel. Am besten funktionieren bei mir karamellverstärkte Varianten. Schoko-Pfefferminztaler gehen auch. Beim gewöhnlichen Schreiben genügt ein Schälchen mit Studentenfutter.


Mit meinem neuen Romanprojekt verfolge ich das Schicksal der hannoverschen Herzogsfamilie nach einem Zeitsprung von gut dreißig Jahren weiter. Erneut lebt eine (fiktive) junge Frau im höfischen Gefüge, die gewaltige persönliche Probleme zu lösen hat. In dieser Zeit siedelt der hannoversche Hof übrigens nach London um. Mehr sage ich mal nicht. ;-)
Um eine Fortsetzung von »Das Mätressenspiel« handelt es sich aber nicht, sondern um eine ganz neue Geschichte.

Und: Ja, ich schreibe gern und oft von Hand vor. Nur dann nicht, wenn ich stark unter Zeitdruck stehe. Zum einen empfinde ich Handschrift als meditativ und schon an sich befriedigend, zum anderen scheint meine Kreativität leichter zu fließen, wenn die Hand auf die Art mithelfen darf. Tippen ist für mich nicht dasselbe (funktioniert zur Not aber auch direkt). Außerdem sind Papier und Stift ablenkungsfreier als der Computer mit seinen Trillionen von Möglichkeiten. Und ich kann mit Papier leichter im Garten arbeiten, was ich bei passendem Wetter häufig mache. Mit einem Notebook-Bildschirm kommen meine Augen draußen, gerade bei Sonnenlicht, nicht so gut zurecht.
Wenn ich meine Handschrift abtippe (blind und mit zehn Fingern, geht also relativ schnell), überarbeite ich den Text dann schon das erste Mal grob.


Die Frage »Wie lange hat es gedauert?« lässt sich nicht so leicht beantworten, da ich mit der Recherche für »Das Mätressenspiel« nicht bei Null angefangen habe. Allgemeines Wissen über die Epoche habe ich mir schon für den Vorgängerroman (Das blaue Medaillon) angeeignet und es stetig erweitert. Das heißt, Informationen über die kulturellen und gesellschaftlichen Verhältnisse der Epoche, über den Kleidungs-, Einrichtungs-, Bau-, Musik- und Kunststil, die Ernährung, die Landwirtschaft, die Gartenkunst usw. hatte ich schon seit etwa zwei Jahren zusammengetragen, bevor ich mit der konkreten Arbeit am Roman begann. Dann habe ich etwa zwei Monate lang die genauen Einzelheiten über die Herzogsfamilie und andere eventuell vorkommende historische Persönlichkeiten, sowie die räumlichen Gegebenheiten recherchiert. Während des Schreibens hört die Recherchearbeit bei mir dann auch nicht auf, weil ich immer wieder auf Sachverhalte stoße, die mir doch noch nicht klar genug sind, sodass ich wieder nachlesen muss.
Nur ein Bruchteil des recherchierten Materials wird übrigens am Ende für LeserInnen im Roman sichtbar. Trotzdem muss ich alles erst einmal zusammentragen, um entscheiden zu können, was direkt einfließen soll. Der absolute Löwenanteil der Recherche ist das Lesen von Sach- und Fachtexten. Museumsbesuche helfen auch. Reisen an Handlungsorte sind hingegen zwar schön, steuern aber bei historischen Romanen meist nur einen geringen Nutzen bei, weil es fast nirgends auch nur annähernd heute noch so aussieht wie damals. Der berühmte Barockgarten von Herrenhausen ist da auch keine echte Ausnahme, denn er sieht heute ebenfalls nicht mehr aus wie 1682. Er wurde im Krieg ebenso wie das Schloss zerstört und dann neu angelegt. Das Schloss wurde erst vor wenigen Jahren nachgebaut.
Zum Thema Recherche habe ich auf meiner Webseite schon einmal einen ausführlichen bebilderten Beitrag gepostet, der dich vielleicht auch interessiert. Er befindet sich in der Rubrik »Wer-Wie-Was?« unter »Extras«.


Mein erster historischer Roman spielte in der Wikingerzeit, weil mich die nordische Sagen- und Mythenwelt und die Schiffe der Wikinger faszinierten. Verlagsseitig war man damals aber der Ansicht, dass Leser mein Interesse an dieser Zeit nicht teilen. Stattdessen wäre das christliche Mittelalter gefragt. Deshalb habe ich darüber nachgedacht, ob mich am Mittelalter etwas ebenso fesselt wie an der Wikingerzeit, und kam durch verschiedene Zufälle zwar nicht auf das Mittelalter, aber auf die Zeit des Dreißigjährigen Kriegs. In Verbindung mit der Historie der Stadt und des Landes Lüneburg (wo ich lebe) fand ich darin die Grundlage für die nächsten Geschichten, die ich erzählen wollte. Und von da an führte immer die Recherche für den einen Roman zur Idee für den nächsten. Das Herzoghaus von Hannover, um das es in »Das Mätressenspiel« geht, hat seine Wurzeln übrigens auch im Braunschweig-Lüneburgischen. Hinzu kommt in diesem Fall, dass ich ursprünglich aus der hannoverschen Gegend stamme, und deshalb neugierig war, wie es dort zu gewissen Entwicklungen kam. Und die Herzogsfamilie hat mich beschäftigt, weil ich einige der Frauenschicksale dieses Hauses besonders spannend und aufwühlend fand.


Dass du mit deinen sechzehn Jahren noch nicht viele Bücher neu kaufst, liegt ja sicher auch an deinem vermutlich nicht so üppigen Einkommen. Meiner Erfahrung nach ändert sich das ein wenig, wenn man in dieser Hinsicht weniger eingeschränkt ist.
Was mich angeht, nutze ich jede erdenkliche Methode, um an Bücher zu gelangen, außer den Download von Raubkopien. Viele der Sach- und Fachbücher, die ich für meine Arbeit benötige, sind neu gar nicht mehr erhältlich oder für mich unerschwinglich, daher freue ich mich ebenso wie du, wenn ich sie gebraucht kaufen kann oder in der Bücherei ausleihen.
Trotzdem muss ich an dieser Stelle auch darauf hinweisen, dass es für AutorInnen überlebensnotwendig ist, dass Menschen ihre Bücher zum regulären Preis neu kaufen. Zum einen fließt nur dann das Geld für unseren Lebensunterhalt, zum anderen haben Verlage kein Interesse daran, Bücher zu verlegen, die im Laden niemand kauft.

Montag, 11. Juni 2018

Kostbare Automaten

In "Das Mätressenspiel" besitzt eine der edlen Damen eine kleine silberne Kutsche zum Aufziehen. In der Kunstkammer Wien gibt es ein paar Beispiele solcher uralter Automaten, und auf Youtube habe ich damals, als ich den Roman geschrieben habe, ein paar tolle Präsentationsfilmchen dazu gefunden. Hier sind sie:



Dienstag, 5. Juni 2018

Ab 29. Juni erhältlich: Das Mätressenspiel

Eine Vorableserunde zu meinem am 29.06. erscheinenden Roman "Das Mätressenspiel" läuft bereits.
Als kleines Extra für die Leserundenteilnehmerinnen und als Appetithäppchen für alle, die überlegen, ob sie den Roman dann später auch lesen wollen, hier ein paar Bilder:


In der Geschichte geht es nicht nur um die Machtspiele von Mätressen und mächtigen Ehefrauen, sondern auch um die Entstehung der prachtvollen Gärten von Hannover-Herrenhausen und das Gärtnern an sich. Einer der jungen Gärtner im Buch bewundert diese Illustration von Maria Sybilla Merian.


 Clara von Platen war die Mätresse des hannoverschen Herzogs Ernst August und gehört zu den Hauptpersonen des "Mätressenspiels".


Herzogin Sophie von Hannover war die Gemahlin von Ernst August und damit Claras Gegenspielerin. Außerdem war sie maßgeblich an der Gestaltung der zur welfischen Sommerresidenz gehörenden Herrenhäuser Barockgärten beteiligt, die sie sehr liebte.



https://www.luebbe.de/bastei-luebbe/suche?q=Das+M%C3%A4tressenspiel

Montag, 4. Juni 2018

Start der Vorableserunde


Und los geht's mit der Leserunde. Ab heute lesen und diskutieren die Teilnehmer der Vorableserunde zu „Das Mätressenspiel“ auf www.lesejury.de. Das heißt, für mich gibt es nun die ersten Rückmeldungen von „Privatlesern“ (im Gegensatz zu Berufs-und Testlesern). Ich bin sehr gespannt.

Für alle erhältlich ist der Roman ab dem 29. Juni.

Mittwoch, 2. Mai 2018

Das Mätressenspiel: Leserunde bei der Lesejury

https://www.lesejury.de/aktionen/leserunden/leserunde-das-maetressenspiel


Klick zur Leseprobe

Vom 04.06.2018 bis 24.06.2018 findet auf der Leserplattform Lesejury eine Vorab-Leserunde zu "Das Mätressenspiel" statt. Falls Ihr mitlesen möchtet: Die Anmeldung ist bereits eröffnet.
Ich freue mich über zahlreiche Mitleser und begleite die Runde zumindest in der ersten und dritten Woche. In der zweiten werde ich voraussichtlich unterwegs sein und nur eingeschränkt Zugang zum Internet haben. All Eure Fragen zum Roman beantworte ich aber selbstverständlich gern davor oder danach.
Ich bin schon gespannt auf eure Eindrücke und wünsche viel Glück bei der Auslosung!


Samstag, 21. April 2018

Aktion Bookcrossing-Day



Heute ist Bookcrossing-Day, und ich habe drei von meinen Belegexemplaren ausgesucht, die auf die Reise gehen sollen. Das heißt, ich habe sie gut verpackt und mit den besonderen Bookcrossing -Stickern versehen freigelassen, wo sie jemand finden kann, der sie lesen oder weitergeben möchte. Die Hoffnung ist dann, dass dieser Gastgeber unter der ID-Nummer des Buches auf der Bookcrossing-Webseite eine kurze Nachricht hinterlässt und das Buch nach dem Lesen zur Weiterreise an einem neuen Ort ablegt. 
Näheres zu den Büchern erfahrt ihr hier:
 Das blaue Medaillon, Salz und Asche und Das Gold der Mühle.




 „Das Gold der Mühle“ habe ich im Hofladen vom Hof an den Teichen in der Heiligenthalerstraße in Lüneburg-Rettmer freigelassen. Wie wäre es mit einem kleinen Ausflug dorthin? Es gibt Kaffee und Kuchen, Tiere anzusehen und Platz für die Kinder zum Spielen. Außerdem werden im Hofladen nicht nur verschiedene selbst produzierte Lebensmittel und Pflanzen verkauft, sondern auch die tollen Schmiedesachen von Eisenartiges.


 Als zweites Wanderbuch ging heute „Das blaue Medaillon“ auf die Reise. Eigentlich wollte ich es auf den Bronzestadtplan neben der Lüneburger Touristeninformation am Rathaus legen, aber da war mir dann doch zu wenig Platz. (Seht euch die kleine Bronzestadt trotzdem mal an, wenn ihr da seid. Sie ist wirklich hübsch. Und bei der Gelegenheit werft auch einen Blick in den Innenhof von unserem uralten Rathaus. Da blühen jetzt gerade noch die Magnolien. Traumhaft.) Freigelassen habe ich das Buch stattdessen auf der roten Bank im Vorraum der Touri-Info.

 Und hier habe ich heute das dritte Wanderbuch freigelassen: „Salz und Asche“, denjenigen von meinen Romanen, der am meisten mit der historischen Stadt Lüneburg zu tun hat. Das Buch liegt auf den Stufen des alten Krans am Lüneburger Hafen, gegenüber vom Stint. Im Hafenbecken sieht man übrigens Nachbauten von historischen Lastkähnen. Das typische Salzfrachtschiff nannte man „Ewer“







Dienstag, 20. März 2018

"Herrin wider Willen" jetzt als E-Book-Neuausgabe

Nach einigen Wochen Samstagsarbeit habe ich es geschafft: Die frisch überarbeitete E-Book-Fassung meines Debutromans von 2010 ist nun im Handel:

Liebe und Intrigen im Lüneburger Land des Dreißigjährigen Kriegs: Das bewegende Schicksal einer jungen Witwe, die über sich hinauswachsen muss.

 

 

Der etwas ausführlichere Klappentext

1641: Auf dem Weg von Celle nach Lüneburg gerät die Reisegesellschaft der verwitweten Ada zwischen die Fronten versprengter Truppen des Dreißigjährigen Kriegs. So ergibt sich für Ada unerwartet die Gelegenheit, der von ihrem Vater arrangierten Wiederverheiratung mit dem ihr unsympathischen Matthias Märtens zu entgehen. Kurz entschlossen geht sie eine Zweckehe mit einem Soldaten des protestantischen Heeres ein: Lorenz von der Wenthe, genannt Lenz. Der durch die Intrigen seines Onkels ins Heer gepresste Grafensohn verhindert durch die Eheschließung, dass im Falle seines Todes seine väterliche Erbschaft an jenen Onkel übergeht. Obwohl sie nur aus Vernunftgründen geheiratet haben und beide überzeugt sind, dass Lenz in der bevorstehenden Schlacht umkommen wird, erleben Ada und Lenz in einem Zelt auf dem Heerlagerplatz eine leidenschaftliche Hochzeitsnacht.
Lenz kommt jedoch schwer verletzt mit dem Leben davon. Nachdem er in ihrer Obhut halbwegs genesen ist, zieht Ada mit ihm auf sein Gut. Da Lenz sich aufgrund seiner Verwundung vorerst nicht an die Hochzeitsnacht erinnern kann, und weil beide sich nicht eingestehen, dass sie sich ineinander verliebt haben, kommt es bald zu Missverständnissen zwischen ihnen. Lenz fühlt sich in einer Ehe gefangen, die er unter gewöhnlichen Umständen nicht geschlossen hätte, und beschließt, Ada als Herrin auf dem Familienerbgut zurückzulassen, das er selbst nicht bewohnen will. Damit wäre Ada künftig völlig auf sich allein gestellt. Doch als sie einem streng gehüteten Familiengeheimnis auf die Spur kommt, ändert das alles. Und dann überfällt Lenz’ Onkel das Gut …

 

Das neue Nachwort (Keine Sorge, spoilerfrei 😉)

»Herrin wider Willen« war nicht der erste Roman, den ich geschrieben habe, aber der erste, mit dem ich mich auf Verlagssuche begab und der im Januar 2010 schließlich von einem großen Verlagshaus veröffentlicht wurde. Das Buch wurde zur Grundlage meiner Existenz als Berufsschriftstellerin, und als ich Anfang 2018 nach Ablauf des Verlagsvertrags sämtliche Rechte daran zurückbekam, war für mich klar, dass ich die Geschichte von Ada und Lenz selbst als E-Book und vielleicht später auch als Printausgabe wieder herausbringen wollte.
Als ich »Herrin wider Willen« schrieb, war ich neu im Genre des historischen Romans und habe meine Geschichte unbefangener gesponnen, als ich es heute – sieben historische Romane und zehn Jahre später – in der Regel tue. Dennoch habe ich mir auch bei diesem ersten Ausloten des Genres schon Mühe gegeben, die geschichtlichen Tatsachen nicht zu missachten und das Alltagsleben der Menschen authentisch zu gestalten Ich fand es daher nicht nötig, den Roman für die Neuauflage maßgeblich zu verändern. Ein paar kleine Schnitzer sind mir allerdings damals unterlaufen, die ich mit Freude durch eine gründliche Überarbeitung der alten Fassung ausgebügelt habe.
Die auffallendste Veränderung in der Neufassung ist der Name von Adas Paten. In der früheren Fassung hatte ich ihm einen Namen gegeben, auf den ich beim Überfliegen von für den Roman eher nebensächlichem Material über die regionale Geschichte des Landes Lüneburg gestoßen war: Stechinelli. Da mir der Name mehrfach begegnete, nahm ich an, dass er in der Gegend zu Adas Zeit schon gebräuchlich war. Bei der Recherche für einen anderen Roman (»Das blaue Medaillon«) konnte ich später jedoch nachvollziehen, dass der Name erst einige Jahrzehnte später nur von einem ganz bestimmten Mann und dessen Nachkommen getragen wurde. Deshalb erhielt Adas Pate in der neuen Version den gewöhnlicheren Namen »Scharrer«.
Ein weiteres Beispiel für einen Schnitzer ist eine Kleinigkeit, die mir möglicherweise selbst niemals aufgefallen wäre, auf die mich aber ein aufmerksamer Leser hingewiesen hat. Für alle ebenso Detailversessenen habe ich die Stelle geändert: In der ursprünglichen Fassung ließ ich Lenz im Bullenstall durch einen Attentäter einige »Meter« über den Boden schleifen. Zur Zeit der Handlung wurde allerdings noch nicht im metrischen System gerechnet, daher handelt es sich nach der Überarbeitung einfach um »eine kleine Strecke«.
Der neuen Fassung hinzugefügt habe ich weiterhin ein knappes Glossar und eine Personenliste – einen Anhang also, den ich mittlerweile all meinen historischen Romanen beifüge.
Auch das Cover habe ich für die jetzige Fassung neu gestaltet und mir damit einen Wunsch erfüllt, den ich eigentlich schon damals für das Verlagscover hatte. Ich wollte unbedingt eine Frau zeigen, die wie Ada einen der skurrilen Mühlradkrägen trägt, die die damalige Mode seltsamerweise hervorgebracht hat. Das hübsche Porträt, das ich schließlich fand und das meinem Gefühl nach gut zu Ada passt, stammt von Michiel van Mierevelt.
Eine Frage, die mir zu »Herrin wider Willen« häufig gestellt wurde, möchte ich samt Antwort hier noch zitieren und Euch damit gleichzeitig herzlich einladen, meine Webseite zu besuchen, auf der ich diese und viele andere Fragen ebenfalls beantworte: www.martha-sophie-marcus.de. Einen bunten Strauß zusätzlicher Informationen zu meinen Romanen findet Ihr unter der Rubrik »Wer-Wie-Was?«.

»Sowohl Herrin wider Willen als auch Salz und Asche spielen um die Zeit des 30 jährigen Krieges. Warum gerade die Mitte des 17. Jahrhunderts, mal abgesehen vom spannenden Hintergrund des Kriegs selber?«

Als ich anfing, für den Roman zu recherchieren, der später die »Herrin wider Willen« werden sollte, wollte ich eine abenteuerliche Geschichte schreiben, die mitten im blutigen Geschehen des Dreißigjährigen Kriegs spielte. Das änderte sich im Laufe der Recherche, als ich feststellte, dass mir das ausweglose Elend der auf verschiedene Weise zu Tode gequälten Bevölkerung und der entwurzelten Soldaten mit ihrem Tross, die verheerten Landstriche, Hunger und Mord in Reinkultur zu hoffnungslos waren. Da kam es mir entgegen, dass die Gegend, in der meine Geschichte spielen sollte, weniger schwer betroffen war als viele andere. Ich habe mich also ein wenig an den Rand des Geschehens zurückgezogen und versucht, dennoch die Auswirkungen des Krieges im Roman spürbar zu machen.
Nach der »Herrin wider Willen« blieb ich weiterhin fasziniert von der gewaltigen Kraft, mit der dieser lange Krieg die Gesellschaft und das ganze Land verändert hat. Und ich stellte mir die Frage, wie es all den traumatisierten und entwurzelten Menschen ergangen sein muss, nachdem der Krieg offiziell beendet war. Meine Gedanken dazu haben meinen nachfolgenden Roman »Salz und Asche« geprägt.