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Neuigkeiten rund um meine Romane und Antworten auf Fragen, die mir häufig gestellt werden.

Montag, 2. Oktober 2017

Fragen an Martha, die elfte und letzte


Wie umfangreich und detailliert ein Exposé sein muss und ob eine Leseprobe dazugehört, ist von Verlag zu Verlag und von Fall zu Fall unterschiedlich. Manchmal hat ein Kurzexposé für die Entscheidung des Verlags genügt, in dem auf zwei Seiten die Hauptpersonen und der Handlungsverlauf grob zusammengefasst waren. In anderen Fällen brauchte der Verlag eine schon sehr weit ausgearbeitete Handlung plus Leseprobe. Ich bin natürlich immer froh, wenn wenig nötig ist, weil Exposés viel Arbeit machen, von der ich nie weiß, ob sie sich am Ende lohnen wird. Aber wie ich oben zu einer anderen Frage schon geschrieben habe: Ich weiß über die Handlung ohnehin schon viel, bevor ich einen Roman (in welcher Form auch immer) anbiete. Anderenfalls könnte ich dem Verlag nicht zusagen, dass er das Manuskript im ungefähr abgesprochenen Umfang zum festgelegten Zeitpunkt erhält.

Fragen an Martha, Nr. 10


Die 1920er Jahre waren eine extrem spannende Zeit, und grundsätzlich schließe ich keine Epoche aus. Momentan fühle ich mich aber gedanklich noch für eine Weile an die frühe Neuzeit gebunden. Der nächste Roman, der von mir bei Lübbe erscheinen wird, spielt wie »Das blaue Medaillon« im 17. Jahrhundert. (Das Manuskript ist schon fertig) Und für das Projekt, das ich zurzeit plane, beschäftige ich mich mit dem beginnenden 18. Jahrhundert.

Fragen an Martha, Nr. 9


Ich könnte nicht in jedem Fall erklären, warum mich bestimmte Umstände oder Personen faszinieren und inspirieren. Aber das Interesse und die Auseinandersetzung mit manchen Themen zieht sich bei mir, wie wohl bei jedem Menschen, durch Lebensphasen oder sogar das ganze Leben. Bei mir sind es z.B. das Verhältnis der Geschlechter und Frauenrechte, die mich immer besonders beschäftigt haben. Daher sehe ich mir bei der historischen Recherche automatisch genau an, welche Rolle die Frauen in welchen Zusammenhängen gespielt haben. Oft ergeben sich daraus schon Ideen, von denen ich weiß, dass sie mein Interesse für die lange Schreibzeit eines Romans fesseln werden. Aus Ungerechtigkeit entstehen Konflikte, wie wir alle nur zu gut wissen. Und Konflikte sind Nährstoff für den Roman. Das heißt: Eine Romanidee ist für mich nur tauglich, wenn die Situation, in die ich die Personen bringe, reichlich Konfliktpotential bietet. Wobei es sich sowohl um zwischenmenschliche Streitigkeiten oder den Kampf mit äußeren Umständen als auch um ganz private Gewissenskonflikte handeln kann.
Wenn ich eine Kernidee habe, von der ich glaube, dass etwas daraus werden könnte, lasse ich sie gären, sammle Material und plane dann schrittweise immer genauer die Handlung. Erst wenn ich herausgefunden habe, ob es in jedem Teil der Handlung eine spannende offene Frage gibt und ob der Ausgangskonflikt bis zum Ende bestehen bleibt oder durch einen anderen, ebenso starken abgelöst wird, schreibe ich das Exposé und biete den Roman an. Dann weiß ich sicher, dass ich den Roman wirklich schreiben kann – und auch, welchen Umfang er ungefähr haben wird. Natürlich bleibt trotzdem ungewiss, ob die Leser meine offenen Fragen so spannend finden wie ich. Wenn jemand ganz andere Lebensthemen hat, passt es natürlich auch mal nicht.

Sonntag, 1. Oktober 2017

Fragen an Martha, Nr. 8


Schrecklich gern würde ich in verschiedensten vergangenen Epochen mal für eine Weile ein unsichtbares (und unverwundbares) Mäuschen spielen. Leben möchte ich aber nicht in der Vergangenheit. So sehr man an der Gegenwart herummäkeln kann, leben wir doch im Vergleich zu früher ein leichtes und sicheres Leben, vor allem als Frauen. Ich bin zu froh, dass ich in einer Gesellschaft lebe, die mir (zumindest theoretisch und einklagbar) als Frau dieselben Rechte einräumt wie den Männern. Ich bin froh, dass ich meine Kinder in einer Zeit zur Welt bringen durfte, in der die meisten Mütter die Geburt überleben und Säuglinge im Vergleich zu früher eine sehr hohe Überlebenswahrscheinlichkeit haben. Und neben all diesen hochwichtigen Errungenschaften finde ich es auch toll, dass Tee, Kaffee und Schokolade keine absolut unerschwinglichen Luxusgüter mehr sind. ;-)
Ich kann gar nicht sagen, dass mich das 17. Jahrhundert viel mehr fasziniert als andere Epochen. Aber je länger ich recherchierte, desto stärker nahm mich die höfische Atmosphäre dieser Zeit gefangen: die Üppigkeit der Ausstattung, von Kleidern bis zu Möbeln und Mahlzeiten, dabei die ungeheuer komplizierten Regeln des Zeremoniells und die verwickelten Machtspiele, bei denen jede kleine Äußerung ungeahntes Gewicht haben konnte. Tatsächlich war das alles eine fortwährende Schauspielerei. Nicht umsonst liebte der Adel zu dieser Zeit Maskenfeste und Theater aller Art. Eine Maske konnte für eine Weile die alltägliche, zwanghafte Selbstdarstellung verändern und vielleicht eine kleine Erleichterung verschaffen.

Fragen an Martha, Nr. 7


Die Persönlichkeit der Figuren entwickelt sich zum Teil schon während ich den Roman plane. Wobei sich das Plotten des Handlungsverlaufs und die Entwicklung der Figuren bei mir nicht voneinander trennen lassen, sondern ineinandergreifen. Beides beeinflusst sich gegenseitig. Manchmal sehe ich Personen schon deutlich vor mir, bevor ich anfange zu schreiben. (Bei Alessa und Arthur war das so.) Vollständig und endgültig lege ich vor dem Schreiben aber weder Charaktere noch Handlung fest. Es wäre zu komplex, von so vielen Figuren schon über die ganze Spanne des Romans im Voraus wissen zu müssen, welche emotionalen Reaktionen und Verhaltensweisen sie in welcher Situation zeigen werden. Ich müsste mir dann so viele Notizen machen, dass sie die Textmasse des eigentlichen Romans möglicherweise übertreffen würden. Wenn ich während des Entstehens der ersten Manuskriptfassung herausgefunden habe, wer eine Person ganz genau ist, verstärke ich bei den Überarbeitungsdurchgängen die Charakterisierung.
Da ich zwar schon viel über die frühe Neuzeit wusste, aber noch keinen Roman geschrieben hatte, der im höfischen Milieu des Barock spielt, musste ich eine Menge neues Material sammeln. Zeitweise stapelten sich an die dreißig Bücher über Fürstenhöfe, Biographien, Theatergeschichte, die Erziehung junger Adliger, allgemeine Kulturgeschichte und Stadtgeschichte auf meinem zweiten Schreibtisch. Ich habe mich ausgiebig mit dem Herzoghaus Braunschweig-Lüneburg und seinen Mitgliedern befasst und auch beim Schreiben immer wieder nachgeschlagen, um den fiktive Handlungsrahmen ohne sichtbare Nähte in die historischen Tatsachen einzupassen. Der Vorteil dieser umfassenden Recherche war, dass ich gleich Anregungen und Wissen für den nächsten Roman gefunden habe, der inzwischen schon fertig geschrieben ist und ebenfalls bei Lübbe erscheinen wird. Und gerade habe ich eine neue Romanidee ausgearbeitet, mit der ich auch noch ungefähr in der gleichen Zeit bleibe.

Freitag, 29. September 2017

Fragen an Martha, Nr. 6


Bei einem historischen Roman sehe ich mir die Liste der historischen Persönlichkeiten an, die in der Geschichte auftreten oder erwähnt werden. Da ihre Namen feststehen, scheiden sie für die fiktiven Personen aus. (Ein Jammer, sonst hätte ich vielleicht eine andere der Frauen Zenobia genannt.) Auch zu große Ähnlichkeit im Klang oder im Schriftbild vermeide ich nach Möglichkeit.
Das nächste wichtige Kriterium ist, die historische Gebräuchlichkeit. Um Namen zu finden, die man damals schon verwendet hat, mache ich mir schon bei der Recherche Notizen und schreibe Namen von historischen Personen auf, (die erst mal nichts mit dem Roman zu tun haben.) Ein Namenslexikon ist natürlich auch nützlich.
Außerdem versuche ich, für die Hauptpersonen eher unkomplizierte Namen zu wählen, an denen man beim Lesen nicht hängen bleibt.
Dass der Name am Ende zur Figur passen muss, ist natürlich klar. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass das subjektiv empfunden wird. Was mir als passender Name erscheint, findet eine Leserin vielleicht eher befremdlich.

Fragen an Martha, Nr. 5


😨 Oh ja, ich bin nervös. Aber das bin ich in den Wochen nach dem Erscheinungstermin sowieso, da beuteln mich jedes Mal die gleichen Fragen. Wird das Buch wahrgenommen und von den richtigen Leserinnen und Lesern gefunden? Funktioniert die Geschichte? Findet das Thema/die Epoche zurzeit genug Interesse? Oder haben ich und mein Agent und die Lektorinnen und die Testleserinnen sich dieses Mal alle schrecklich geirrt? Ist es dieses Mal der Roman geworden, den niemand mag? Habe ich trotz aller Sorgfalt blöde Fehler eingebaut, an denen sich alle furchtbar reiben werden? Finden sich überhaupt genug Interessenten für eine Leserunde?
Was die Leserundenteilnehmer/innen angeht, mache ich mir allerdings wenig Sorgen, weil ich noch nie ernsthaft üble Erfahrungen gemacht habe. Die meisten Menschen, denen ich auf diese Art über das Internet begegnet bin, waren in der Lage, sich auch dann freundlich und sachlich zu äußern, wenn ihnen mal etwas nicht gefiel. Tatsächlich interessieren mich alle Anmerkungen zu meinen Romanen. Leserunden sind immer noch die beste Gelegenheit, um direkt von meinen Leserinnen/Lesern zu lernen, wie die Worte wirken, die ich wähle. In den Missverständnissen liegen auch die meisten Überraschungen für mich. Eindeutiges Schreiben ist wirklich eine hohe Kunst, an der ich immer weiter arbeiten muss.
Ach ja, der Vergleich zu den Lesungen: Bei einer Lesung kennen viele Teilnehmer das Buch ja noch gar nicht und lernen bei der Veranstaltung auch nur einen kleinen Teil davon kennen. Daher werden meistens nur ganz allgemeine Fragen gestellt. Das ist für mich eine ganz andere Situation.

Donnerstag, 28. September 2017

Fragen an Martha, Nr. 4


😁 LOL. Ja, damals stand so einige auf dem Tisch, was wir heute wohl nicht mehr so lecker fänden. Ich sehe mir alte Kochbücher an, um Gerichte auszusuchen, die aufgetragen worden sein könnten. Manchmal gibt es auch in alten Berichten von höfischen Feierlichkeiten Auflistungen der Köstlichkeiten, die serviert wurden. Das Aal-Rezept habe ich ungefähr so in einem Kochbuch von 1598 gefunden (»Ein köstlich new Kochbuch« von Anna Wecker).

Fragen an Martha, Nr. 3


Früher habe ich nur grob geplant und mit dem Schreiben angefangen, wenn ich den Anfang und das Ende wusste und eine vage Vorstellung von der Mitte hatte. Das hat Spaß gemacht und für jede Menge Überraschungen für mich selbst gesorgt, aber extrem viel Zeit bei den Überarbeitungen gekostet.
Mittlerweile nehme ich mir mehr Zeit für die Planung im Vorfeld und schreibe eine Outline, die schon recht genau den Handlungsverlauf und dazu passende Szenenideen enthält. (Das brauche ich auch für das Exposé, das der Verlag bekommt, um zu entscheiden, ob er den Roman verlegen will.)
Das klingt nun, als könnte ich anschließend den Roman fix herunterschreiben. Aber so ist es dann doch nicht, denn hier kommen die Überraschungen ins Spiel. Die Entwicklung der Figuren schon vor dem Schreibbeginn genau festzulegen, kann und mag ich nämlich nicht. Ich entdecke beim Schreiben, wie die Figuren sich entwickeln, wie sie von ihren Erlebnissen oder voneinander beeinflusst und verändert werden. Erst wenn ich weiß, wie es allen Figur in einer Szene emotional gerade geht, kann ich entscheiden, ob die Handlung wirklich so ablaufen kann, wie ich sie mir ganz zu Anfang vorgestellt hatte. Wenn ich etwas verändere, zieht das natürlich weitere Änderungen nach sich. Manchmal bringt mir auch die Recherche, die ich während des Schreibens weiterführe, eine neue Idee oder die Erkenntnis, dass ich mich in einer Sache geirrt habe. Dann baue ich die Handlung ebenfalls um.
Wenn ich die Handlung und Figurenentwicklung wirklich schon vor dem Schreiben ganz genau aufgezeichnet hätte, würde ich mich beim Schreiben langweilen.

Mittwoch, 27. September 2017

Fragen an Martha, Nr. 2


Als ich für meinen Roman »Das Gold der Mühle« recherchierte, der während eines Erbfolgekriegs im Lüneburger Land des 14. Jahrhunderts spielt, habe ich mich mit dem Herzogshaus Braunschweig-Lüneburg beschäftigt. Dabei bin ich auf eine Angehörige dieses Hauses mit einem sehr tragischen Schicksal gestoßen: Sophie Dorothea, die sogenannte »Prinzessin von Ahlden«. Ihre Geschichte wurde schon oft erzählt und verarbeitet, aber mich interessierten besonders ihr Umfeld und ihre Herkunft. So stieß ich auf ihren Vater Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg bzw. Celle, und stellte fest, dass sein Leben auch schon spannend war. Seine Leidenschaft für Venedig, seine Geliebte Zenobia und ihren gemeinsamen Sohn Lucas gab es wirklich. Das setzte meine Phantasie in Bewegung.

Fragen an Martha, Nr. 1


Auf eine Reise nach Venedig musste ich leider verzichten. So ein teurer Rechercheausflug hätte sich für mich nur gerechtfertigt, wenn der Anteil des Romans, der tatsächlich dort spielt, größer gewesen wäre. Aber gerade Venedig ist eine von anderen so viel bereiste Stadt, dass es unendlich viel grandioses Recherchematerial gibt. Ich habe also einen Stapel von aktuellen Reiseführern, Zeitschriften, historischen Reiseberichten und Büchern über Venedig und seine besondere Beziehung zum deutschen Adel des 17. bis 19. Jahrhunderts gelesen, habe Filme gesehen, Fotos, Gemälde und Karten unter die Lupe genommen und mit Verwandten gesprochen, die schon in Venedig waren. Bis ich die historische Stadt so vor Augen hatte, dass ich mich und die Romanfiguren gedanklich darin bewegen konnte.
In Celle habe ich mich in den 1990er Jahren oft aufgehalten, deshalb hatte ich schon einen Eindruck von der Stadt und einigermaßen Überblick. Zusätzlich habe ich dann noch einmal das Schloss und das Residenzmuseum besichtigt – mit den besonderen, auf den Roman bezogenen Fragestellungen im Sinn. Wichtiger war aber auch für Celle die Schreibtischrecherche. Sich vor Ort einen Eindruck zu verschaffen, ist zwar immer gut, aber eigentlich sieht es fast nie auch nur annähernd noch so aus wie in der Epoche, über die ich schreibe. Die wichtigen Details finde ich eher in Geschichtsbüchern oder anderen historischen Quellen.

Danke für die schöne Leserunde

https://www.lesejury.de/aktionen/leserunden/leserunde-das-blaue-medaillon?tab=threads#reviews
Auf der Leserplattform "Lesejury" geht nun allmählich die lebhafte und schöne Leserunde zu "Das blaue Medaillon" zu Ende. Ich danke allen Teilnehmern dafür, dass sie dabei waren und ihre Leseeindrücke geteilt haben. Mir hat es großen Spaß gemacht, eure Fragen zu beantworten. Damit auch Neugierige, die keine Lust auf Leserforen haben, einige der Fragen und Antworten lesen können, werde ich sie in nächster Zeit z.B. hier noch einmal aufgreifen.

Dienstag, 12. September 2017

Recherche für das 17. Jahrhundert

Aus gegebenem Anlass hole ich diese beiden Collagen noch einmal hervor. So können alle, die gerade "Das blaue Medaillon" lesen, sehen, welche Art Bilder und Eindrücke mir beim Schreiben weiterhelfen.

Fotos aus dem Celler Schloss

Zeitgenössische Gemälde

Mittwoch, 16. August 2017

Lesung in Lüneburg


 Eine Woche nach der Premierenlesung in Celle lese ich auch in Lüneburg. Und zwar dieses Mal in der bezaubernden Buchhandlung am Lambertiplatz. Wer dort kein Buch für sich findet, will eigentlich gar nicht lesen.
Ganz sicher wird es ein schöner Abend.

Martha Sophie Marcus: Lesung aus "Das blaue Medaillon"

Do 14. September 2017, 19:00 Uhr

Bücher am Lambertiplatz, Bei der St. Lambertikirche 9, 21335 Lüneburg

Telefon (04131) 2238861



http://www.lambertibuch.de/index.php/veranstaltungen

Lesung in Celle


Ein großer Teil der Handlung von "Das blaue Medaillon" spielt in der Stadt Celle und dem Celler Schloss. Deshalb finde ich es besonders schön, dass die Lesungspremiere dieses Mal in der Celler Buchhandlung Decius stattfinden wird. Die übrigens ganz in der Nähe des Schlosses liegt, was geradezu nach einem kleinen Spaziergang im Anschluss an die Veranstaltung schreit.
Ich freue mich sehr darauf, an diesem passenden Ort aus dem Roman zu lesen und mit den Zuhörern zu plaudern.

Martha Sophie Marcus: Lesung aus "Das blaue Medaillon"

Do 07. September 2017, 20:00 Uhr

Buchhandlung Decius Celle, Markt 4–6, 29221 Celle

Telefon  (05141) 888818

 

https://decius-celle.shop-asp.de/shop/action/mymagazine/95367/martha_sophie_marcus.html?aUrl=90009166

https://decius-celle.shop-asp.de/shop/action/mymagazine/95094/oeffnungszeiten_ansprechpartner.html?aUrl=90009166

Montag, 14. August 2017

Scapple hilft beim Szenenbauen

Das Programm (oder in neuerem Deutsch: die App) »Scapple« von den Scrivener-Machern ist ein schlichtes, einfach zu bedienendes Pinnwand-Werkzeug, das man zum kurzen Brainstorming zwischendurch oder zum Ordnen von Ideen verwenden kann. Für aufwendige Mindmaps oder schnelles Assoziieren benutze ich zwar lieber z.B. »Freeplane«, weil das noch ganz andere Funktionen und Gestaltungsmöglichkeiten hat, trotzdem möchte ich Scapple nicht mehr missen. Die Einfachheit der Bedienung macht meine Gedanken nämlich schön locker. Außerdem arbeitet Scapple auf die ein oder andere Art sehr praktisch mit Scrivener zusammen, obwohl es eine eigenständige Software ist.
Wenn ich Szenen schreibe, in denen viele Personen auftreten, erzeuge ich gern ein Bild, in dem ich die Namen zusammenstelle und anordne. Entweder so, wie die Personen sich im entsprechenden Raum befinden oder z.B. ihrer Zusammengehörigkeit nach. Auf die Art bleiben sie mir vor Augen, und ich vergesse nicht, sie am fiktiven Geschehen oder Gespräch zu beteiligen. Mit Scrivener plus Scapple ist das ganz einfach. (Ich arbeite übrigens mit der Scrivener/Scapple-Version für Windows. Beim Mac funktionieren manche Dinge anders.)
Ich habe in meinem Scrivener-Binder einen Ordner, in dem für jede Person des Romans ein Steckbrief-Dokument liegt. Manche dieser Personalbögen sind detaillierte Infosammlungen, in anderen steht kaum mehr als der Name. Gemeinsam haben sie, dass ich sie per Drag-und-drop auf meine geöffnete Scapple-Pinnwand ziehen kann. Dazu lege ich mir die beiden Programmfenster nebeneinander, picke die Personen aus meinem Ordner, die in der jeweiligen Szene mitspielen, und lege sie auf der Pinnwand ab wie Karteikärtchen. Dann kann ich Scapple wieder auf den ganzen Bildschirm ausdehnen und die Personen so lange hin- und herschieben oder/und mit Verbindungslinien, Stichworten oder Abbildungen versehen, bis mein Hirn das der Szene angemessene und hilfreiche Bild gefunden hat. Das sichere ich dann ein Mal als Scappledatei, exportiere es aber noch ein weiteres Mal als simple Bilddatei (.jpg) Diese Bilddatei lege ich mir dann wiederum in den Ordner »Mindmaps« in meinen Scrivener-Binder. Während ich an der Szene arbeite, kann ich mir das Bild dann per Splitscreen neben meinem wachsenden Text anzeigen. Und wenn ich merke, dass die Szene so nicht funktioniert, kann ich in der Scappledatei weiter Personen und Stichworte herumschieben, bis ich eine Lösung gefunden habe.

Die Programmfenster Scapple und Scrivener nebeneinander

Personen mit der Maus aus Scrivener in Scapple ziehen

Fertiges Gedankengebilde als jpg exportieren


Mittwoch, 9. August 2017

Leserunde für "Das blaue Medaillon" bei der "Lesejury"

Vom 11.09. bis 01.10.2017 begleite ich im Forum der "Lesejury" eine Leserunde zu "Das blaue Medaillon". Wenn ihr Spaß am gemeinsamen Lesen, am Diskutieren und Rezensieren habt und dabei sein möchtet, könnt ihr euch bis zum 27.08.2017 für die Leserunde bewerben.

https://www.lesejury.de/aktionen/leserunden/leserunde-das-blaue-medaillon?tab=impressions&o=20#reviews

Auch bei den Büchereulen wird es voraussichtlich eine Leserunde mit mir geben. Alles Nähere dazu folgt demnächst.

Das erste Exemplar vom "Medaillon"

Gestern war alles noch recht theoretisch, heute kam das erste druckfrische Exemplar von "Das blaue Medaillon" mit der Post. Hübsch ist das Buch geworden, die Farben etwas kräftiger als die Bildschirmdarstellung ahnen ließ, und der Titel schillert. Macht sich gut, da auf meinem Recherche-Schreibtisch, wo es eigentlich schon um einen seiner Nachfolger geht. Ich freu mich.



Dienstag, 8. August 2017

Martha und die Marketingmühle

Vor dem Erscheinungstermin eines Buchs müssen sich Autorinnen jedes Mal mit der Frage beschäftigen, wie sie die frohe Botschaft vom frischen Lesefutter ihren möglichen Lesern mitteilen können. Das gilt nicht nur für Selfpublisherinnen, sondern auch für Autorinnen, die bei Verlagen veröffentlichen. Denn Verlage helfen zwar oft, spendieren aber nur für sehr wenige ihrer Buchtitel große Werbekampagnen. Außerdem finde ich, dass es zum Autorenstolz gehört, seine Leser auch selbst zu informieren.
Etwa einen Monat, bevor der neue Titel in den Handel kommt, schweifen meine Gedanken zunehmend von den Projekten ab, an denen ich eigentlich gerade schreibe, und kreisen wieder um das Buch, das da kommen wird. Meist hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon seit Monaten nicht mehr direkt mit ihm zu tun. Aber nun verbringe ich Zeit damit, mich wieder in die Geschichte hineinzudenken, Werbematerial zu schreiben und zu layouten, meine Webseite zu aktualisieren, Lesungen abzusprechen und vorzubereiten, Leserunden anzubahnen und bei der Presse anzuklopfen.
Weil es mir wichtig ist, ein verlagsunabhängiges Infoblatt über mich und meine Bücher anzubieten, lasse ich mir seit einigen Jahren einen Flyer drucken, den ich jedes Mal aktualisiere, wenn die alten Exemplare zur Neige gehen. Gerade gestern habe ich die neue Fassung in Druck gegeben, auf der nun wieder alle meine Titel aufgeführt sind. Als Pdf herunterladen könnt ihr euch den Flyer übrigens über meine Webseite. Dann könnt ihr ihn ausdrucken und als Einkaufsliste mit in die Buchhandlung nehmen. 😉



Montag, 17. Juli 2017

Künftige Könige und ihre Mätressen

Am Freitag bin ich mit der Überarbeitung meines neuen Manuskripts fertiggeworden. Ich erspare Euch die hundert Smilies, aber glücklich bin ich schon. In dem Roman, den ich nun für den nächsten Arbeitsschritt den liebevollen Händen meiner Lektorinnen überlasse, geht es um Fürsten, Mätressen und den wunderschönen "Großen Garten" von Hannover. Über den Erscheinungstermin weiß ich noch nichts. Aber zunächst einmal kommt ja ohnehin erst "Das blaue Medaillon" am 25. August 2017.

Weil ich im vergangenen Monat nicht nur eine lange Geschichte zu Ende geschrieben, sondern auch eine tolle Reise durch England und Schottland erlebt habe, hänge ich hier noch ein paar Urlaubsfotos an. Tatsächlich hat die Romanidee, an der ich jetzt feilen werde, eine Menge mit England und Schottland zu tun. Mal sehen, was daraus wird.



















Donnerstag, 8. Juni 2017

Kurz vor der Reise



Tja, da habe ich den Zeitaufwand für die Manuskriptüberarbeitung doch mal wieder falsch kalkuliert. Eigentlich sollte hier heute mit hundert Smilies verziert stehen: »Juhu, Manuskript abgegeben, und nun auf in den Urlaub!« Daraus wird nix. Stattdessen schreibe ich: Juhu, meine Geschichte ist zu Ende erzählt, und sie gefällt mir. Geschliffen und fein in Form gebracht habe ich sie immerhin zu siebzig Prozent. Die restlichen dreißig hebe ich mir für später auf und fahre trotzdem erst mal in den Urlaub.
Dass ich mir die Zeit sowohl für die Arbeit am Text als auch für die Erholung dieses Mal nehmen kann, genieße ich sehr. Denn eigentlich mag ich dieses erste Grob- und Feinschleifen am Manuskript. Unangenehm finde ich es nur, wenn es damit besonders schnell gehen soll.

Zum ersten Mal habe ich übrigens für diesen Roman als Schreibsoftware Scrivener verwendet. Schon beim Planen und Schreiben war ich begeistert von der Flexibilität der Funktionen. Die größten Vorteile zeigen sich für mich aber jetzt beim Überarbeiten. So bequem hatte ich es vorher noch nie. Besonders mag ich die verschiedenen Möglichkeiten, Textstellen mit Tags/Stichwörtern zu kennzeichnen und so für die geniale Suchfunktion auffindbar zu machen. Scrivener kann z.B. nach Stichwörtern filtern und mir nur die gekennzeichneten Szenen anzeigen. Dabei kann ich auch zwei Textstellen nebeneinander betrachten, ohne eine davon duplizieren zu müssen. Ich kann mit ein bis zwei Klicks Sicherheitskopien von der Szene speichern, an der ich gerade arbeite, für den Fall, dass ich später doch zu einer früheren Version zurück will. Und diese Kopien bleiben alle aus dem Programm heraus mit einem Klick zugänglich, lassen sich parallel zum aktuellen Text aufrufen und mit ihm vergleichen. Und tausend kleine Nützlichkeiten mehr, von denen ich noch lange schwärmen könnte.

Aber eigentlich wollte ich mich nur in den Urlaub abmelden. Wenn ich wiederkomme, rückt langsam auch der Veröffentlichungstag von »Das blaue Medaillon« in greifbare Nähe. Zwei Lesungen und eine Leserunde bei den Büchereulen sind fest geplant. Bei Amazon ist per »Blick ins Buch« übrigens jetzt schon eine Leseprobe online, falls jemand neugierig ist.
So. Ab nach Schottland via Cambridge, mit dem feuerwehrroten Campervan. Ich wünsche Euch einen wunderbaren Juni.
Martha

Montag, 20. März 2017

Elsternseele und Rabenherz: die E-Book-Neuausgabe

http://www.martha-sophie-marcus.de/elsternseele.html

Die E-Book-Neuauflage von »Elsternseele und Rabenherz« ist jetzt bei Amazon und den Buchhändlern der Tolino-Allianz erhältlich!

Spannendes Abenteuer um Freundschaft, erste Liebe und Magie für 10- bis 13jährige Leselustige. 

Lesespaß im Doppelpack, ca. 300 Seiten, € 4,99

Zum Inhalt:
Die Sommerferien haben gerade angefangen, doch die zwölfjährige Pia ist verzweifelt: Seit Wochen ist ihre geliebte Großmutter verschwunden, und ihre Eltern wollen nun die Suche nach ihr aufgeben. Als Pia noch einmal auf eigene Faust nach ihrer Oma sucht, stößt sie in ihrem Haus auf das seltsame Mädchen Jori. Joris zweiter Fuß ist eine Vogelkralle, und das ist nur ein kleiner Teil ihres magischen Geheimnisses. Mit ihrer Hilfe findet Pia etwas über sich selbst heraus, das ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt. Schon bald wird sie mit ihren Freunden in den Kampf gegen einen mächtigen Feind verwickelt.